Wenn die Rechnungen zum Beziehungskiller werden
Stell dir vor: Samstag, 21:30 Uhr. Die Kinder sind im Bett, Netflix läuft im Hintergrund, und plötzlich kommt das Gespräch. „Schatz, wir müssen mal über Geld reden.“ Diese fünf Worte können eisiger sein als jede Eheberatung. Aber 2026 gibt’s noch einen neuen Mitspieler in diesem heiklen Thema: Die BaFin hat ihre BaFin Risiken im Fokus 2026 veröffentlicht – und die lesen sich wie eine Warnung an alle Paare, die ihre Finanzen nicht im Griff haben. Spoiler: Buy-now-pay-later, Krypto-FOMO und dubiose Finfluencer stehen ganz oben auf der Liste.
Warum ist das wichtig für dich als Paar? Weil Schulden nicht nur ein Girokonto-Problem sind. Sie schleichen sich in eure Beziehung, nagen an eurem Vertrauen und können – im schlimmsten Fall – bei einer Scheidung zum finanziellen Albtraum werden. Die gute Nachricht? Mit dem richtigen Wissen und ein bisschen Disziplin kannst du dich und deine Beziehung schützen.
Die unsichtbare Schuldenfalle: Buy now, pay later im Paar-Alltag
„Nur 49 Euro in drei Raten? Das ist doch geschenkt!“ – So dachte Sarah (32), als sie sich letzte Woche über Klarna neue Sneaker bestellte. Ihr Partner Tim hatte zeitgleich einen Gaming-Stuhl über PayPal Ratenkauf gekauft. Und die Woche davor? Ein Staubsauger-Roboter über Affirm. Einzeln betrachtet: alles Kleinigkeiten. Zusammengerechnet: 800 Euro offene Raten. Und das ist erst der Anfang.
Warum warnt die BaFin vor BNPL?
Die BaFin Risiken im Fokus 2026 machen glasklar: Buy-now-pay-later-Dienste (BNPL) sind die moderne Schuldenfalle. Besonders perfide? Bei Beträgen unter 200 Euro wird oft keine Kreditwürdigkeitsprüfung durchgeführt. Das klingt praktisch, ist aber wie Autofahren ohne Bremsen.
Die BaFin sieht hier nicht nur ein individuelles Risiko, sondern eine Gefahr für die kollektive Finanzstabilität. Wenn Millionen von Verbrauchern gleichzeitig den Überblick über ihre Kleinkredite verlieren, entstehen systemische Risiken, die letztlich das gesamte Finanzsystem unter Druck setzen können.
Die Mechanik dahinter ist tückisch:
- Paar bespricht Schulden und Finanzrisiken 2026
- Die Übersicht geht flöten: Du hast drei verschiedene BNPL-Apps, dein Partner noch zwei weitere
- Die Summen addieren sich unbemerkt: Aus „drei kleinen Raten“ werden plötzlich 15 parallele Verpflichtungen
Ein Paar, das ich kenne, kam erst bei der Vorbereitung ihres Hauskaufs drauf: 2.400 Euro offene BNPL-Schulden. Die Bank? Hat abgewinkt.
Die BNPL-Realitätscheck-Tabelle für Paare
| Anbieter | Beispielhaftes Szenario | Typische Falle | Gefahren-Level für Paare |
|---|---|---|---|
| Klarna | 2-3 Käufe monatlich | „Nur 3 Raten“ summieren sich | HOCH: Beide Partner nutzen es parallel |
| PayPal Pay Later | 1-2 Käufe (mittlere Beträge) | Automatische Verlängerung | MITTEL: Kein gemeinsamer Überblick |
| Affirm | 1 Kauf (höhere Beträge 200-1000€) | Zinsen nach Ablauf der 0%-Phase | HOCH: Einer weiß nicht, was der andere kauft |
Mein Tipp aus der Praxis: Führt ein gemeinsames Excel-Sheet oder nutzt eine App wie „Splitwise“, um alle offenen Raten zu tracken. Klingt spießig? Ist aber der Unterschied zwischen Kontrolle und Chaos.
Krypto-Kasino und Social-Media-Druck: Die neue Beziehungsfalle
„Honey, Lukas von der Arbeit hat mit Dogecoin 5.000 Euro gemacht. Sollten wir nicht auch…?“ – Stop. Genau hier greift die nächste BaFin-Warnung. Krypto-Investitionen 2026 sind laut der Behörde hochspekulativ, und der soziale Druck über Kolleg:innen oder Instagram macht’s noch schlimmer.
Der Finfluencer-Effekt: Wenn TikTok zum Finanzberater wird
Die BaFin stellt klar: Finfluencer – also selbsternannte Finanz-Gurus auf Social Media – führen oft zu risikoreicheren Anlageentscheidungen. Das Problem? Die meisten haben null Qualifikation, aber Millionen Views. Und wenn dein Partner plötzlich 2.000 Euro in „SafeMoonRocket2.0“ stecken will, weil ein 23-jähriger Influencer mit Rolex das empfiehlt, wird’s kritisch.
Aus Sicht der Verbraucherschutz-Aufsicht ist das besonders problematisch: Während traditionelle Finanzberatung reguliert ist, bewegen sich Finfluencer oft in einer rechtlichen Grauzone. Die BaFin mahnt hier zum kritischen Hinterfragen.
Warnsignale für unseriöse Finanztipps (BaFin-konform):
- „Garantierte Renditen ohne Risiko“ – Gibt’s nicht. Punkt.
- Zeitdruck („Nur noch 24 Stunden!“) – Seriöse Investments brauchen keine Countdown-Timer
- Exklusive Telegram-Gruppen – Transparenz sieht anders aus
- Kein Impressum, keine Lizenz – Die BaFin lizenziert echte Finanzberater
Eine Bekannte von mir hat 3.500 Euro durch einen „Krypto-Mentoring-Kurs“ verloren. Ihr Partner wusste davon erst, als die Kreditkartenabrechnungen kamen. Die Beziehung? Hält bis heute – aber das Vertrauen ist angeknackst.
Krypto-Fallen: Ein Reality-Check
Mythos: „Alle werden reich, nur ich nicht!“
Realität: Laut BaFin sind Krypto-Märkte extrem volatil. Was heute 10.000 Euro wert ist, kann morgen 3.000 Euro sein.
Mythos: „Es ist nur Spielgeld.“
Realität: 500 Euro hier, 800 Euro dort – und plötzlich fehlt die Haushaltskasse.
Wenn ihr als Paar in Krypto investieren wollt (was okay ist!), dann bitte:
- Gemeinsam entscheiden, welcher Prozentsatz eures Vermögens maximal rein darf (Faustregel: max. 5-10%)
- Nur Geld investieren, dessen Verlust ihr verkraften könnt
- Kein Geld leihen für Krypto – niemals BNPL für Spekulationen nutzen!
Lebensversicherungen: Die versteckte Kostenfalle in eurer Finanzplanung
Hier wird’s langweilig – aber wichtig. Die BaFin mahnt 2026 zur kritischen Prüfung von Lebensversicherungskosten. Warum? Viele Paare haben noch alte Verträge von 2005, die brutal hohe Abschluss- und Verwaltungskosten haben und gleichzeitig magere Renditen abwerfen.
Das Problem mit dem „haben wir schon immer“-Denken
Ich hab mal mit einem Paar gesprochen, beide Mitte 40. Er zahlt seit 15 Jahren 120 Euro/Monat in eine kapitalbildende Lebensversicherung. Rendite? 0,8% pro Jahr. Die Kostenfalle: Etwa 4% der eingezahlten Summe verschwinden jährlich in Verwaltungsgebühren und Abschlussprovisionen. Währenddessen nagt die Inflation am Wert ihrer Ersparnisse. Als ich fragte, warum sie nicht kündigen, kam: „Steht doch im Vertrag, dass man durchhalten sollte.“
Pro-Tipp: Lasst eure Lebensversicherung unabhängig prüfen. Viele Verbraucherzentralen bieten das für 50-100 Euro an. Manchmal lohnt sich eine Beitragsfreistellung oder sogar Kündigung mit Neuabschluss.
Checkliste: Wann solltet ihr eure Lebensversicherung überprüfen?
- [ ] Vertrag ist älter als 10 Jahre
- [ ] Rendite liegt unter 2%
- [ ] Ihr zahlt mehr als 150 Euro/Monat
- [ ] Lebensumstände haben sich geändert (Hauskauf, Kinder, Scheidung)
- [ ] Ihr versteht die Kostenstruktur nicht (rotes Warnsignal!)
Überschuldung vermeiden: Praktische Schritte für Paare
Jetzt wird’s konkret. Die BaFin Risiken 2026 sind real, aber ihr seid ihnen nicht ausgeliefert. Hier sind meine erprobten Strategien:
1. Das 3-Konten-Modell für Paare
Gemeinsames Haushaltskonto: Miete, Strom, Lebensmittel
Persönliche Konten: Jede:r behält Autonomie für persönliche Ausgaben
Spar-/Notfallkonto: Mindestens 3 Monatsgehälter als Puffer
Warum das funktioniert? Weil es Transparenz und Freiheit kombiniert. Dein Partner kann seine Gaming-Maus kaufen, du deine Yoga-Mitgliedschaft – ohne dass ihr euch gegenseitig rechtfertigen müsst. Aber die großen Posten sind klar verteilt.
2. Der monatliche „Finanz-Check-in“ (15 Minuten reichen!)
Setzt euch einmal im Monat zusammen und geht durch:
- Offene BNPL-Raten
- Kreditkartenabrechnungen
- Sparziele
- Unvorhergesehene Ausgaben
Klingt nach Arbeit? Ist es. Aber 15 Minuten im Monat sind weniger stressig als 3 Monate Paartherapie wegen Geldstreits.
3. Die 50/30/20-Regel (angepasst für Paare)
50% für Notwendigkeiten (Miete, Essen, Versicherungen)
30% für Wünsche (Urlaub, Hobbys, Streaming)
20% fürs Sparen (Notfallfonds, Altersvorsorge)
Bei Paaren könnt ihr das proportional zu euren Gehältern aufteilen. Verdient einer 60% des Haushaltseinkommens, zahlt er/sie 60% in die jeweiligen Töpfe.
Schulden bei Scheidung: Der Worst Case (und die rechtliche Wahrheit)
Niemand will über Scheidung nachdenken, wenn man gerade verliebt zusammenzieht. Aber Realität ist: In Deutschland wird jede dritte Ehe geschieden. Und Schulden? Die können zum juristischen Albtraum werden – müssen sie aber nicht, wenn du die Rechtslage kennst.
Die große Erleichterung: Zugewinngemeinschaft erklärt
Hier die gute Nachricht, die viele nicht kennen: In Deutschland leben die meisten Ehepaare automatisch in einer Zugewinngemeinschaft (sofern kein Ehevertrag anderes regelt). Das bedeutet:
Jeder haftet grundsätzlich für seine eigenen Schulden – auch während der Ehe.
Konkret heißt das:
- Wenn du vor oder während der Ehe einen Privatkredit aufnimmst, haftest nur du dafür
- Dein Partner wird nicht automatisch Mitschuldner
- Ausnahme: Ihr unterschreibt beide den Kreditvertrag (z.B. bei einem Hauskredit)
Wann hafte ich für Schulden meines Partners?
Die Regel ist simpel:
Gemeinsame Haftung besteht nur, wenn:
- Beide unterschrieben haben (gemeinsamer Kredit, gemeinsames Konto)
- Sogenannte „Geschäfte zur Deckung des Lebensbedarfs“ getätigt wurden (Lebensmittel, Miete für gemeinsame Wohnung)
Keine Haftung für:
- Privatkredite des Partners (auch BNPL!)
- Krypto-Verluste, die er/sie allein verursacht hat
- Alte Schulden aus der Zeit vor der Ehe
Der Graubereich: BNPL-Käufe für gemeinsame Zwecke
Hier wird’s tricky. Wenn dein Partner über Klarna ein Sofa für euer gemeinsames Wohnzimmer kauft, könntest du argumentieren: „Das ist ein Geschäft für unseren gemeinsamen Lebensbedarf.“ Im Scheidungsfall kann das bedeuten, dass beide anteilig zahlen müssen – auch wenn nur einer unterschrieben hat.
Mein Rat aus der Praxis: Dokumentiert, wer was kauft und warum. Ein simples Google-Sheet mit „Gekauft von [Name] für [Zweck – privat/gemeinsam]“ kann bei einer Trennung Gold wert sein.
Zugewinnausgleich: Was passiert mit dem Vermögen?
Bei einer Scheidung wird der Zugewinn ausgeglichen – also das, was beide während der Ehe an Vermögen aufgebaut haben. Schulden werden dabei vom Vermögen abgezogen.
Beispiel:
- Partner A hatte bei Heirat 5.000€, bei Scheidung 50.000€ → Zugewinn: 45.000€
- Partner B hatte bei Heirat 2.000€, bei Scheidung 30.000€ → Zugewinn: 28.000€
- Differenz: 17.000€ → Partner A muss 8.500€ ausgleichen
Aber: Schulden reduzieren den Zugewinn. Wenn Partner B noch 15.000€ BNPL- und Krypto-Schulden hat, sinkt sein Netto-Zugewinn auf 13.000€.
Checkliste: Finanzielle Vorsorge für den Ernstfall
- [ ] Klärt früh, wer welche Schulden hat (auch BNPL!)
- [ ] Führt eine Liste über gemeinsame und private Anschaffungen
- [ ] Erwägt einen Ehevertrag, wenn große Vermögensunterschiede bestehen
- [ ] Haltet Kontoauszüge von vor der Ehe (für Zugewinnberechnung)
- [ ] Benennt keine gemeinsamen Kreditkarten, wenn ihr kein gemeinsames Konto wollt
FAQs: Eure brennenden Fragen zu BaFin Risiken 2026
Was sind die größten Finanzrisiken laut BaFin für 2026?
Die BaFin nennt drei Haupt-Risikofaktoren: Überschuldung durch Kleinkredite wie BNPL, hochspekulative Krypto-Investments getrieben durch sozialen Druck, und überhöhte Kosten bei Lebensversicherungen, die Verbraucher:innen oft nicht durchschauen. Die Behörde sieht darin nicht nur individuelle Risiken, sondern potenzielle Gefahren für die systemische Finanzstabilität.
Warum warnt die BaFin vor „Buy now, pay later“?
Weil diese Kleinkredite oft ohne Bonitätsprüfung vergeben werden – besonders bei Summen unter 200 Euro. Das Resultat? Menschen verlieren den Überblick über ihre Gesamtverschuldung. Zehn kleine Raten à 50 Euro fühlen sich harmlos an, sind aber 500 Euro echte Schulden. Die BaFin befürchtet einen Dominoeffekt, wenn viele Verbraucher gleichzeitig zahlungsunfähig werden.
Wie erkenne ich unseriöse Finanztipps in sozialen Medien?
Achtet auf diese roten Flaggen:
- Versprechen von „garantierten Gewinnen“
- Druck, schnell zu investieren
- Fehlende Transparenz über Risiken
- Keine erkennbare Qualifikation oder Lizenz
Die BaFin warnt ausdrücklich: Finfluencer-Content führt nachweislich zu risikoreicheren Entscheidungen. Anders als bei lizenzierten Finanzberatern gibt es hier keine Aufsicht.
Sind meine Bankeinlagen trotz der Marktrisiken sicher?
Die gute Nachricht: Laut BaFin sind deutsche Banken und Versicherer derzeit solide kapitalisiert und meist profitabel. Die schlechte? Bei plötzlichen Marktkorrekturen (Stichwort: globale Wirtschaftskrisen) könnte’s eng werden. Daher: Einlagensicherung beachten (100.000 Euro pro Person und Bank sind geschützt).
Verbraucherschutz 2026: Eure Rechte kennen und nutzen
Ihr seid nicht wehrlos. Der Verbraucherschutz im Finanzbereich hat sich 2026 weiterentwickelt:
Neue Regelungen, die euch helfen:
- Transparenzpflicht für BNPL-Anbieter: Ab 2026 müssen Dienste wie Klarna deutlicher über Gesamtkosten und die Anzahl offener Raten informieren
- Widerrufsrecht: Bei Verträgen habt ihr oft 14 Tage Widerruf – gilt auch für manche Finanzprodukte
- Beschwerderecht bei der BaFin: Wenn ihr von einer Bank oder einem Finanzdienstleister schlecht behandelt wurdet, könnt ihr euch direkt beschweren
Wichtig: Dokumentiert alles. E-Mails, Screenshots von Verträgen, Chat-Protokolle. Bei Streitfällen ist das eure Lebensversicherung (pun intended).
Das Fazit: Schulden managen, Beziehung schützen
Die BaFin Risiken im Fokus 2026 sind keine Panikmache – sie sind ein Wake-up-Call. Besonders für Paare, die gemeinsam finanzielle Entscheidungen treffen (oder eben nicht treffen und dann im Chaos landen). Buy-now-pay-later mag verlockend sein, Krypto-Hypes können euphorisierend wirken, und alte Lebensversicherungen… okay, die sind einfach nur eine teure Kostenfalle.
Aber hier ist die Wahrheit: Finanzielle Gesundheit ist Beziehungsarbeit. Genauso wie ihr über Kindererziehung, Urlaubsziele oder Wohnungseinrichtung redet, müsst ihr über Geld sprechen. Unangenehm? Manchmal. Notwendig? Immer.
Deine nächsten Schritte (sofort umsetzbar):
- Macht heute Abend einen Termin für euren ersten „Finanz-Check-in“
- Listet alle BNPL-Raten auf – benutzt eine App oder Excel
- Prüft eure Lebensversicherung (wenn vorhanden)
- Setzt eine Obergrenze für riskante Investments (Krypto, Einzelaktien)
- Startet einen Notfallfonds – auch wenn’s nur 50 Euro im Monat sind
Und denkt dran: Die BaFin warnt, damit ihr vorgewarnt seid. Nutzt dieses Wissen nicht als Panik-Trigger, sondern als Werkzeug. Eure Beziehung – und euer Bankkonto – werden es euch danken.
Habt ihr Erfahrungen mit BNPL oder Krypto-Investments als Paar gemacht? Was waren eure größten „Oh shit“-Momente beim Thema Geld? Schreibt’s in die Kommentare – ich bin neugierig auf eure Geschichten (und Warnsignale für andere)!