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Berufsunfähigkeitsversicherung Paare 2026 absichern

Versicherung
Berufsunfähigkeitsversicherung Paare 2026 absichern

Inhaltsverzeichnis

Wenn euer Haushalt vom Einkommen beider Partner lebt, ist die Berufsunfähigkeitsversicherung Paare 2026 das wichtigste Sicherheitsnetz, das ihr aufspannen könnt. Statistisch wird jeder vierte Erwerbstätige im Lauf seines Arbeitslebens mindestens einmal berufsunfähig — und die staatliche Erwerbsminderungsrente liegt 2023 im Schnitt bei nur 1.059 Euro im Monat. Mehr als 40 Prozent der Anträge auf Erwerbsminderung werden abgelehnt. Wer auf sein Gehalt angewiesen ist, braucht eine eigene BU.

In diesem Ratgeber erfährst du, warum bei einem Paar in der Regel beide Partner eine eigene Police brauchen, welche sieben Vertragsklauseln laut Finanztip und Verbraucherzentrale unverzichtbar sind, was eine BU für unterschiedliche Berufe konkret kostet, warum eine Haushaltsführer-BU für Hausfrauen oder -männer meist keine gute Idee ist und welche Klauseln ihr besonders beachten müsst, wenn ihr heiratet, Kinder bekommt oder ein Haus baut. Wenn ihr danach noch unsicher seid, lest unseren Ratgeber zur Hausratversicherung für Paare — dort vergleichen wir, welche Versicherungen Paare wirklich brauchen und welche nicht.

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Warum braucht bei einem Paar in der Regel jeder eine eigene BU?

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Die häufigste Fehlannahme bei Paaren: Solange einer von uns arbeitet, sind wir doch abgesichert. Diese Rechnung geht in zwei Fällen schief — und beide passieren in der Realität ständig.

Fall 1: Der Partner ohne BU wird berufsunfähig. Bandscheibenvorfall, Depression, Krebs oder Long-Covid sind nach Angaben von Finanztip die häufigsten Ursachen. Wer keine eigene BU hat, bekommt nur die staatliche Erwerbsminderungsrente — durchschnittlich 1.059 Euro bei voller Erwerbsminderung, 593 Euro bei teilweiser. Damit lassen sich Miete, Kredite und Lebensmittel in einer durchschnittlichen Großstadt nicht annähernd decken. Der erwerbstätige Partner muss die gesamte Last allein tragen, oft über Jahrzehnte. Genau das ist das Szenario, vor dem die Verbraucherzentrale eindringlich warnt.

Fall 2: Der Partner mit BU wird berufsunfähig — aber die Police war zu klein dimensioniert. Eine durchschnittliche BU-Rente liegt laut Verbraucherzentrale bei rund 400 Euro. Das reicht für niemanden. Finanztip empfiehlt mindestens 80 Prozent des aktuellen Nettogehalts abzusichern. Wer 3.000 Euro netto verdient, braucht also eine BU-Rente von etwa 2.400 Euro — nicht 800.

Die Konsequenz für Paare: Wenn beide arbeiten, braucht jeder seine eigene, individuell auf sein Einkommen zugeschnittene Police. Eine gemeinsame „Paar-BU“ gibt es im deutschen Versicherungsmarkt nicht. Jeder Vertrag läuft auf eine Person, jede Police hat ihre eigene Gesundheitsprüfung, ihren eigenen Beitrag und ihre eigene Rente.

Die sieben Klauseln, die eine BU 2026 wirklich gut machen

Die Stiftung Warentest hat im Mai 2024 insgesamt 67 BU-Tarife geprüft. 38 bekamen „sehr gut“ — die Versicherungsbedingungen waren das wichtigste Kriterium. Diese sieben Klauseln müssen laut Finanztip und Verbraucherzentrale mindestens drin stehen, sonst Finger weg.

1. Verzicht auf abstrakte Verweisung

Das ist die mit Abstand wichtigste Klausel. Ohne sie kann die Versicherung dich auf einen „theoretisch vergleichbaren“ Beruf verweisen und die Rente verweigern. Beispiel der Verbraucherzentrale: Ein operierender Chirurg, dessen Hand nach einem Unfall dauerhaft beeinträchtigt ist, müsste ohne diese Klausel theoretisch noch als Fachgutachter arbeiten — und bekäme keine BU-Rente. Mit der Klausel zählt nur dein zuletzt ausgeübter Beruf in gesunden Tagen.

2. Sechs-Monats-Prognose (kurzer Prognosezeitraum)

Berufsunfähigkeit liegt laut Finanztip vor, sobald ein Arzt prognostiziert, dass du voraussichtlich sechs Monate lang zu mehr als 50 Prozent berufsunfähig sein wirst. Längere Prognosezeiträume (12 oder 24 Monate) machen die Auszahlung medizinisch schwer einzuschätzen und verzögern die Rente erheblich.

3. Rückwirkende Leistung — mindestens drei Jahre

Wer schwer krank ist, denkt nicht sofort an die Versicherung. Die Verbraucherzentrale fordert deshalb: Bei verspäteter Meldung muss die Rente mindestens drei Jahre rückwirkend gezahlt werden. Ansonsten fehlen dir Tausende Euro für genau die Zeit, in der du am verletzlichsten warst.

4. Nachversicherungsgarantie

Diese Klausel ist besonders wichtig für Paare. Sie erlaubt dir, deine BU-Rente bei wichtigen Lebensereignissen — Heirat, Geburt eines Kindes, Hausbau, Karrieresprung — ohne neue Gesundheitsprüfung zu erhöhen. Ohne diese Klausel hängt dein Vertrag auf der ursprünglich vereinbarten Rentenhöhe fest, auch wenn euer Einkommen oder eure fixen Kosten sich verdoppeln.

5. Dynamik (Beitrags- und Rentendynamik)

Inflation frisst eure Rente. Finanztip rechnet vor: 1.000 Euro heute haben bei 2 Prozent Inflation in 20 Jahren nur noch 672,97 Euro Kaufkraft. Eine Dynamik passt Beitrag und Rente jährlich an — meist 3 bis 5 Prozent. Klingt teuer, ist aber das Gegenteil: Ohne Dynamik bekommt ihr im Schadensfall real die halbe Rente.

6. Beitragsstundung — mehrfach, ohne Anlass

Elternzeit, Arbeitslosigkeit, Sabbatical — gute Verträge erlauben es laut Finanztip, die Beitragszahlung für bis zu zwölf Monate zu pausieren, ohne dass die Versicherung kündigt. Mehrfach, ohne dass ihr Gründe nennen müsst. Achtung: Die gestundeten Beiträge müsst ihr danach nachzahlen, in einer Summe oder in Raten.

7. Verzicht auf Karenzzeit und auf Mitteilungspflicht

Karenzzeit heißt: Die Versicherung zahlt erst nach drei, sechs oder zwölf Monaten Wartezeit. Klingt günstig (niedrigerer Beitrag), ist aber im Ernstfall katastrophal — gerade dann braucht ihr das Geld sofort. Genauso wichtig: Verzicht auf Mitteilungspflicht. Ihr müsst nach Vertragsabschluss nichts melden — keinen Berufswechsel, keine neue Erkrankung, kein neues Hobby. Sonst lebt ihr in ständiger Sorge, etwas zu vergessen und damit den Schutz zu verlieren.

Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung 2026? Konkrete Zahlen

Die Beiträge unterscheiden sich gewaltig — vom Beruf, vom Eintrittsalter, vom Gesundheitszustand, von Hobbys. Finanztip nennt eine Spanne von 50 bis 150 Euro pro Monat für eine durchschnittliche Police. Studierende ab 25 Jahren bekommen Tarife schon ab 30 bis 40 Euro. Hier sind konkrete Beispielzahlen für 1.800 Euro versicherte BU-Rente, Vollzeit, Eintrittsalter 30, Endalter 67, Nichtraucher, optimaler BMI (Quelle: Morgen & Morgen für Finanztip, April 2025):

BerufMonatlicher Beitrag bei 1.800 € Rente
Rechtsanwältin58 €
Allgemeinmediziner60 €
Fachinformatikerin63 €
Marketing-Manager76 €
Medizinische Fachangestellte113 €
Einzelhandelskaufmann115 €
Kfz-Mechatronikerin132 €
Altenpflegerin242 €
Fliesenleger279 €

Was lernt ihr daraus als Paar? Wenn ihr beide Bürotätigkeiten habt, kommt ihr zusammen mit etwa 120 bis 150 Euro im Monat für zwei Policen weg. Wenn einer von euch im Handwerk oder in der Pflege arbeitet, kann das schnell auf 300 bis 400 Euro pro Monat steigen — für beide zusammen. Trotzdem: Verzichtet nicht. Genau der Partner mit dem körperlich anstrengenden Beruf hat das höhere statistische Risiko, berufsunfähig zu werden.

Die fünf Faktoren, die euren Beitrag bestimmen

Damit ihr versteht, warum euer Angebot so aussieht wie es aussieht — und wo ihr legal sparen könnt:

  • Beruf: Der größte Hebel. Versicherer stufen jeden Beruf in eine Risikoklasse ein. Bürotätigkeiten = niedrig, Handwerk und Pflege = hoch. Maßgeblich ist der Beruf zum Antragszeitpunkt. Wechselst du später, ändert sich der Beitrag nicht.
  • Eintrittsalter: Je jünger, desto günstiger. Finanztip empfiehlt deshalb dringend, eine BU schon in Ausbildung oder Studium abzuschließen.
  • Gesundheitszustand: Diabetes Typ 1 oder Epilepsie machen den Abschluss oft unmöglich. Auch harmlosere Diagnosen wie ausgeheilte Rückenbeschwerden oder Allergien führen zu Zuschlägen. Erhöhter BMI und Rauchen ebenfalls.
  • Hobbys: Klettern, Reiten, Fallschirmspringen, Eishockey, Tauchen — alles, was das Verletzungsrisiko erhöht, kostet extra. Aber: Nur zum Antragszeitpunkt bekannte Hobbys zählen. Wer erst nach Vertragsabschluss anfängt, zahlt nichts dazu.
  • Höhe der Rente und Laufzeit: Je höher die Rente und je länger die Laufzeit (idealerweise bis 67), desto höher der Beitrag.

Haushaltsführer-BU für nicht erwerbstätige Partner — sinnvoll oder Geldverschwendung?

Eine häufige Frage von Paaren: „Mein Partner kümmert sich um die Kinder und arbeitet aktuell nicht — braucht er trotzdem eine BU?“ Die ehrliche Antwort von Finanztip lautet: meistens nein. Eine spezielle Haushaltsführer-BU (auch „Hausfrauen-BU“ genannt) für nicht erwerbstätige Partner ergibt selten Sinn — und zwar aus drei Gründen.

Erstens: Gute Tarife für Haushaltsführer sind schwer zu bekommen. Nur wenige Versicherer bieten überhaupt etwas an, und die Auswahl ist begrenzt.

Zweitens: Die Beiträge sind im Verhältnis teuer und die maximal abschließbare Rente meist niedrig — typischerweise 1.000 bis 1.500 Euro im Monat, manchmal noch weniger. Bei einer ehrlichen Kalkulation lohnt sich das nicht.

Drittens: Was wirklich passiert, wenn der haushaltsführende Partner ausfällt: ihr braucht eine Haushaltshilfe, vielleicht eine Kinderbetreuung. Das kostet pro Monat geschätzt 600 bis 1.500 Euro. Das könnt ihr in der Regel besser über eine reguläre Krankenversicherung mit Krankenhaustagegeld, eine Schwere-Krankheiten-Versicherung (Dread Disease) oder gezielte Rücklagen abdecken.

Die wichtige Ausnahme: Wer schon vor der Familienpause eine BU hatte und in Elternzeit geht, sollte den Vertrag auf keinen Fall kündigen. Niemals. Lieber Beiträge stunden (siehe Klausel 6) und den Vertrag durchziehen. Wenn du nach drei Jahren Elternzeit wieder einsteigst und dann eine neue BU brauchst, ist sie deutlich teurer — oder du bekommst sie wegen einer zwischenzeitlich entstandenen Vorerkrankung gar nicht mehr.

Die richtige BU-Strategie für Paare in vier Lebensphasen

Phase 1: Beide jung, kinderlos, Single-Einkommen pro Person

Jeder schließt seine eigene BU ab — idealerweise früh, also unter 30. Rente in Höhe von 80 Prozent des Nettos. Laufzeit bis 67. Dynamik einplanen, Nachversicherungsgarantie unbedingt mitnehmen. Beitragskosten zusammen für zwei Bürotätigkeiten: rund 100 bis 130 Euro im Monat.

Phase 2: Heirat oder Hauskauf

Jetzt aktiviert ihr eure Nachversicherungsgarantien. Ihr habt sechs Monate Zeit nach dem Ereignis. Erhöht eure Renten ohne neue Gesundheitsprüfung. Wer ein Haus mit Kredit kauft, sollte zusätzlich abklären, ob die Bank eine BU als Voraussetzung sieht — manche Banken verlangen einen BU-Nachweis bei höheren Immobilienkrediten.

Phase 3: Geburt eines Kindes, möglicherweise Elternzeit eines Partners

Wieder Nachversicherungsgarantie nutzen — die Geburt ist ein qualifizierendes Ereignis. Der Partner in Elternzeit stundet die Beiträge, kündigt aber den Vertrag nicht. Wer den Hauptverdiener-Partner besonders absichern will: BU-Rente prüfen und ggf. weiter erhöhen.

Phase 4: Beide um die 50, kurz vor Mortgage-Ende

Jetzt könnt ihr überlegen, die Rentenhöhe zu reduzieren — die Kinder sind aus dem Haus, die Hypothek bald abbezahlt, die Fixkosten sinken. Reduzierung geht jederzeit, auch ohne neue Gesundheitsprüfung. Nicht reduzieren würde ich nur, wenn ihr noch viele Jahre bis zur regulären Rente habt und der Beitrag passt.

Selbständige Paare: warum die BU besonders dringend ist

Wenn einer oder beide von euch selbständig arbeiten, ist die BU keine Empfehlung, sondern absolute Pflicht — und zwar aus einem einfachen Grund: Selbständige sind in vielen Berufen nicht gesetzlich rentenversichert. Damit entfällt die staatliche Erwerbsminderungsrente als Mindestsicherheit komplett. Wer als selbständige Grafikerin, Berater, Freelance-Entwickler oder Handwerksmeister berufsunfähig wird und keine private BU hat, steht mit null da. Kein Krankengeld nach sechs Wochen, kein Erwerbsminderungsschutz, nichts.

Das wird in Paarbeziehungen oft unterschätzt, wenn nur einer selbständig ist. Beispiel: Anna arbeitet als verbeamtete Lehrerin (Dienstunfähigkeitsschutz vorhanden), Tom ist freier Webentwickler ohne BU. Tom erkrankt schwer. Annas Gehalt deckt die Miete und vielleicht Lebensmittel — die Kreditrate für die Eigentumswohnung, der Stromabschlag, die laufenden Versicherungen und die Altersvorsorge sind plötzlich nicht mehr finanzierbar. Genau dieses Szenario zeigt, warum auch der scheinbar „weniger riskante“ Partner eine eigene Police braucht.

Drei Besonderheiten bei selbständigen Paaren:

  • Einkommensnachweis: Selbständige müssen bei der Antragstellung meist Einkommensteuerbescheide der letzten zwei bis drei Jahre vorlegen. Die Versicherung berechnet die zulässige Renten­höhe daraus. Wer im Antragsjahr ein schwaches Jahr hatte, sollte überlegen, mit dem Antrag zu warten — oder gemeinsam mit dem Makler einen mehrjährigen Durchschnitt argumentieren.
  • Höhere Renten möglich: Da Selbständige keine Erwerbsminderungsrente bekommen, akzeptieren Versicherer oft höhere Absicherungsquoten — bis zu 90 oder 100 Prozent des durchschnittlichen Nettos statt der üblichen 80 Prozent.
  • Beitrag steuerlich absetzbar: Für Selbständige sind die BU-Beiträge als Sonderausgaben absetzbar. Das senkt die effektiven Kosten um den persönlichen Steuersatz — bei vielen Selbständigen sind das 30 bis 42 Prozent. Eine BU für 150 Euro im Monat kostet nach Steuern oft nur 90 bis 105 Euro.

Sieben legale Hebel, um euren BU-Beitrag zu senken — ohne Schutz zu verlieren

Eine gute BU ist nicht billig — aber es gibt mehrere Stellschrauben, an denen ihr drehen könnt, ohne die wichtigen Klauseln zu opfern. Wir empfehlen dringend, niemals an den sieben Pflicht-Klauseln aus dem zweiten Abschnitt zu sparen. Aber an diesen sieben Stellschrauben sehr wohl:

  1. Früh abschließen: Mit 25 zahlst du im Bürojob 30 bis 50 Prozent weniger als mit 40. Studierende und Azubis bekommen Tarife oft schon ab 30 Euro im Monat — und behalten diese günstige Berufseinstufung lebenslang, auch wenn sie später in riskantere Berufe wechseln.
  2. Beitragsverrechnung wählen: Versicherer mit „Beitragsverrechnung“ geben Überschüsse direkt als Rabatt auf die laufenden Beiträge zurück, statt sie zu kapitalisieren. Bei vielen Tarifen reduziert das den effektiven Beitrag um 10 bis 25 Prozent. Achtet auf diesen Punkt im Angebot.
  3. Jährliche Zahlweise: Wer den Jahresbeitrag in einer Summe zahlt, spart bei vielen Versicherern 2 bis 5 Prozent gegenüber der monatlichen Zahlung. Bei 1.200 Euro Jahresbeitrag sind das 24 bis 60 Euro pro Jahr.
  4. Nichtraucher-Status nachweisen: Wer seit mindestens zehn Jahren nicht raucht, bekommt einen substantiellen Tarif­vorteil. Wer kurzfristig vor Abschluss aufhört, sollte den 10-Jahres-Status nicht erschleichen — die Versicherung prüft im Schadensfall.
  5. BMI-Optimum: Tarife stufen oft nach BMI ein. Wer im optimalen Bereich (19 bis 25) liegt, zahlt weniger. Bei BMI über 30 verlangen viele Versicherer Zuschläge von 25 bis 50 Prozent.
  6. Risiko-Hobbys sortieren: Klettern, Tauchen oder Motorradfahren kosten Zuschläge. Wer ein Hobby zur Antragsstellung pausiert und im Antrag korrekt angibt „derzeit nicht ausgeübt“, kann oft sparen. Wieder aufgenommen werden darf das Hobby später ohne Mitteilungspflicht (Klausel 7).
  7. Niedrigere Rente, später erhöhen: Statt sofort 2.500 Euro Rente abzuschließen (mit ärztlicher Zusatzuntersuchung), beginnt mit 2.000 Euro und nutzt eure Nachversicherungsgarantie bei Heirat oder Geburt eines Kindes. Spart die Untersuchung und reduziert das Anfangsrisiko.

Was ihr nicht kürzen solltet: Laufzeit unter 67, Pauschalregelung gegen Staffelregelung tauschen, Karenzzeit zugunsten eines niedrigeren Beitrags vereinbaren oder Verzicht auf abstrakte Verweisung opfern. Das sind in jedem Fall schlechte Trades.

Die fünf häufigsten Fehler beim BU-Abschluss als Paar

Aus den Empfehlungen von Finanztip und Verbraucherzentrale lassen sich fünf Fehler ableiten, die wir bei Paaren immer wieder sehen — und die euch Tausende Euro oder den kompletten Versicherungsschutz kosten können.

Fehler 1: Gesundheitsfragen unvollständig beantworten

Wer eine alte Diagnose verschweigt — Rückenbeschwerden, Allergien, eine vergessene Therapie — riskiert, dass die Versicherung im Leistungsfall vom Vertrag zurücktritt und die Rente verweigert. Beantwortet alle Fragen ehrlich, auch wenn das den Beitrag erhöht. Eine anonyme Risikovoranfrage über einen unabhängigen Makler ist hier Gold wert.

Fehler 2: Zu niedrige Rente versichern

Eine BU-Rente unter 1.000 Euro ist meistens nutzlos — sie wird mit der Grundsicherung verrechnet. Zielwert sind 80 Prozent des aktuellen Nettos. Bei Renten über 2.500 Euro verlangt der Versicherer oft eine zusätzliche ärztliche Untersuchung. Strategie: Wer hohe Renten braucht, schließt erst niedriger ab und erhöht später per Nachversicherungsgarantie.

Fehler 3: Online-Vergleichsportale ohne Vorsicht nutzen

Die Verbraucherzentrale warnt: Online-Portale sind oft Versicherungsvermittler mit Provisionsinteresse. Sie zeigen nicht alle Anbieter, sondern nur die mit guten Provisionen. Unabhängige Beratung gibt es bei behördlich zugelassenen Versicherungsberatern, bei der Verbraucherzentrale selbst (kostenpflichtig, aber neutral) oder bei den von Finanztip empfohlenen Maklern.

Fehler 4: Kapitallebensversicherung an BU koppeln

Manche Anbieter werben mit der Idee „Sparen und absichern in einem Vertrag“ — das ist meistens ein schlechter Deal. Die Verbraucherzentrale empfiehlt eine selbstständige BU ohne Sparanteil. Kapitallebensversicherungen lohnen sich nur in sehr seltenen Fällen als Altersvorsorge. Investiert lieber separat in ETFs und schließt eine reine BU ab.

Fehler 5: Vertrag früher als 67 enden lassen

Manche Tarife laufen nur bis 60 oder 65 — das spart Beitrag, ist aber gefährlich. Genau in den letzten fünf bis sieben Berufsjahren ist das BU-Risiko am höchsten. Wenn ihr die Steuererklärung als Ehepaar optimiert, könnt ihr außerdem den BU-Beitrag als Sonderausgabe absetzen — das relativiert die laufenden Kosten.

Häufige Fragen zur Berufsunfähigkeitsversicherung für Paare

Lohnt sich eine gemeinsame Berufsunfähigkeitsversicherung für Paare?

Eine „gemeinsame“ BU gibt es im deutschen Markt nicht — jede Police läuft auf eine Person mit eigener Gesundheitsprüfung und eigenem Beitrag. Wenn ihr beide vom Einkommen lebt, braucht jeder eine eigene Police. Eine Kopplung über Partnerrabatte oder Kombinationsprodukte ist selten und meist nicht besser als zwei einzelne Verträge.

Was zahlt die staatliche Erwerbsminderungsrente, wenn keine BU vorhanden ist?

2023 lag der Durchschnitt laut Deutscher Rentenversicherung bei 1.059 Euro im Monat für voll Erwerbsgeminderte und 593 Euro für teilweise Erwerbsgeminderte. Mehr als 40 Prozent der Anträge auf Erwerbsminderung werden abgelehnt. Eine private BU ist daher für jeden Erwerbstätigen sinnvoll — Selbstständige besonders dringend, weil sie oft nicht gesetzlich rentenversichert sind.

Wie hoch sollte die BU-Rente für einen Partner mit 3.000 Euro netto Einkommen sein?

Finanztip empfiehlt mindestens 80 Prozent des Nettogehalts, also rund 2.400 Euro. Wer eine Hypothek mit hoher monatlicher Rate hat, kann mehr brauchen. Renten über 2.500 Euro lösen oft eine zusätzliche ärztliche Untersuchung aus — Strategie: zunächst etwas unter 2.500 Euro abschließen und später per Nachversicherungsgarantie erhöhen.

Was kostet eine BU für eine 30-jährige Lehrkraft?

Konkrete Zahlen für Lehrkräfte werden in den Quellen nicht genannt — Lehrkräfte zählen in der Regel zu den günstigeren Bürotätigkeiten. Erwarten lässt sich ein Beitrag zwischen 60 und 90 Euro pro Monat für 1.800 Euro Rente bei einem 30-jährigen Nichtraucher mit optimalem BMI. Verbeamtete Lehrer brauchen eher eine Dienstunfähigkeitsversicherung — andere Vertragsbedingungen.

Können Paare die BU-Beiträge steuerlich absetzen?

Ja. BU-Beiträge zählen zu den sonstigen Vorsorgeaufwendungen und sind als Sonderausgaben absetzbar — allerdings nur, soweit der Gesamtbetrag der Vorsorgeaufwendungen unter dem jährlichen Höchstbetrag liegt. Mehr dazu in unserem Ratgeber zur Steuererklärung für Ehepaare.

Was passiert mit der BU bei einer Trennung oder Scheidung?

Eine BU läuft auf eine Person und wird durch Trennung oder Scheidung nicht berührt — jeder Partner bleibt Inhaber seines eigenen Vertrags. Wer in der Ehe eine Police mit höherer Rente abgeschlossen hat, kann diese behalten, allerdings ist der Beitrag dann meist nicht mehr passend zur neuen Einkommenssituation. Reduzierung der Rente ist jederzeit möglich, Erhöhung nur bis zum Ende der Nachversicherungsgarantiefrist (meist sechs Monate nach Scheidung).

Welche Alternativen gibt es zur BU für hochrisikoreiche Berufe?

Wer die BU nicht oder nur sehr teuer bekommt — etwa als Dachdecker, Gerüstbauer oder bei bestimmten Vorerkrankungen — kann auf eine Grundfähigkeitsversicherung ausweichen. Die zahlt, wenn bestimmte Grundfähigkeiten (Sehen, Hören, Sprechen, Gehen, Hände gebrauchen) verloren gehen. Schutz ist enger gefasst als bei einer BU, aber deutlich besser als gar keine Absicherung. Weitere Optionen: Schwere-Krankheiten-Versicherung (Dread Disease) oder Unfallversicherung — beide ergänzen, ersetzen die BU aber nicht.

Fazit: Was Paare 2026 wirklich tun sollten

Wenn ihr beide arbeitet, braucht jeder eine eigene Berufsunfähigkeitsversicherung. Das ist nicht verhandelbar. Die staatliche Erwerbsminderungsrente reicht nicht, mehr als 40 Prozent der Anträge werden abgelehnt — und der Lebensstandard, den ihr euch gemeinsam aufgebaut habt, hängt zu 100 Prozent davon ab, dass beide Einkommen abgesichert sind.

Macht es konkret in drei Schritten: Erstens, lasst euch von einem unabhängigen Versicherungsberater (kein Provisions-Vermittler) eine anonyme Risikovoranfrage erstellen. Zweitens, achtet beim Vertrag auf die sieben Klauseln aus diesem Ratgeber — vor allem auf Verzicht auf abstrakte Verweisung, Nachversicherungsgarantie und Dynamik. Drittens, schließt früh ab und passt die Rente bei Heirat, Kind und Hauskauf per Nachversicherungsgarantie an.

Wenn ihr unsicher seid, ob ihr alle nötigen Versicherungen habt: Geht eure Police-Sammlung gemeinsam durch und vergleicht sie mit unserer Checkliste zur Hausratversicherung für Paare. Eine BU, eine Privathaftpflicht und eine günstige Risikolebensversicherung — das sind die drei Grundpfeiler. Den Rest spart ihr euch und investiert es lieber in einen gemeinsamen ETF-Sparplan.

Tino Dagba

Über den Autor

Tino Dagba

Tino Dagba ist Betriebswirt, Bankmitarbeiter und Gründer von FinanzSplit — Deutschlands Ratgeber für Finanzen in Paarbeziehungen und Familien. Er lebt in Frankfurt am Main und hilft Paaren und Familien dabei, gemeinsame Finanzziele klar zu definieren, Haushaltsbudgets fair aufzuteilen und langfristig Vermögen aufzubauen. Mit FinanzSplit macht er konkrete Geldentscheidungen — vom Gemeinschaftskonto über ETF-Sparpläne bis zur Baufinanzierung — verständlich und umsetzbar für alle, die ihr Geld gemeinsam gestalten wollen.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung im Sinne des WpHG dar. Alle genannten Produkte, Broker und Strategien wurden redaktionell unabhängig recherchiert. Bitte konsultiere vor Anlageentscheidungen einen zugelassenen Finanzberater.