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Krypto-Steuer-Software 2026: Blockpit, Koinly & CoinTracking im Vergleich

Kryptowährung
Krypto-Steuer-Software 2026: Blockpit, Koinly & CoinTracking im Vergleich

Das Wichtigste in Kürze:

  • Eine Krypto-Steuer-Software berechnet eure Gewinne automatisch nach FIFO über alle Wallets und Börsen hinweg – von Hand ist das kaum machbar.
  • Unsere Empfehlung für deutsche Anleger*innen: Blockpit – DACH-nativer Anbieter mit deutschem, Finanzamt-fertigem Steuerreport.
  • Ab 2026 greift DAC8 (Kryptowerte-Steuertransparenzgesetz): Börsen melden eure Daten ab 2027 automatisch ans Finanzamt – saubere Aufzeichnungen sind jetzt Pflicht.

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Eine gute Krypto-Steuer-Software ist 2026 fast unverzichtbar, wenn ihr eure Bitcoin- und Altcoin-Gewinne korrekt versteuern wollt. Denn sobald ihr auf mehreren Börsen handelt, Coins zwischen Wallets verschiebt oder Staking nutzt, wird die Steuerberechnung schnell unübersichtlich. Tatsächlich verlangt das Finanzamt eine lückenlose Dokumentation jeder einzelnen Transaktion – und genau hier setzt eine Krypto-Steuer-Software an. Wer den steuerpflichtigen Gewinn vorab grob abschätzen will, kann außerdem unseren Krypto-Steuer-Rechner nutzen, bevor es an die eigentliche Software geht.

In diesem Vergleich klären wir zunächst, warum ihr überhaupt ein Tool braucht. Anschließend stellen wir die drei wichtigsten Anbieter gegenüber: Blockpit, Koinly und CoinTracking. Danach folgt ein praktischer Kaufratgeber, eine Schritt-für-Schritt-Anleitung und ein FAQ-Block. So findet ihr am Ende die Software, die wirklich zu eurem Handelsverhalten passt.

Wichtig vorab: Steuerlich zählt der Verkauf oder Tausch von Kryptowährungen als privates Veräußerungsgeschäft nach § 23 EStG. Haltet ihr eure Coins länger als zwölf Monate, ist der Gewinn komplett steuerfrei. Mehr Hintergrund dazu findet ihr in unserer Kryptowährungs-Kategorie sowie in der allgemeinen Steuer-Rubrik.

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Warum ihr überhaupt eine Krypto-Steuer-Software braucht

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Theoretisch könntet ihr eure Krypto-Steuer auch mit einer Excel-Tabelle erledigen. Praktisch scheitert das aber an drei Punkten, die jede Krypto-Steuer-Software automatisch löst. Schauen wir uns die nacheinander an.

FIFO über alle Wallets und Börsen hinweg

Das Bundesfinanzministerium hat im BMF-Schreiben vom 6. März 2025 die Verbrauchsfolge klar geregelt: FIFO (First In, First Out) ist der Standard. Das heißt, die zuerst gekauften Coins gelten als zuerst verkauft. Klingt simpel, wird aber schnell komplex. Denn sobald ihr denselben Coin auf mehreren Börsen kauft und zwischen Wallets verschiebt, muss die Software jede Anschaffung in der richtigen Reihenfolge zuordnen. Von Hand ist das bei mehreren hundert Transaktionen praktisch nicht mehr fehlerfrei möglich.

Ein Finanzamt-fertiger Steuerreport

Das Finanzamt akzeptiert keine bunte Coin-Liste. Ihr braucht einen Report, der eure steuerpflichtigen Gewinne, die steuerfreien Haltefristen und die sonstigen Einkünfte sauber trennt. Genau diesen Report erstellt eine Krypto-Steuer-Software auf Knopfdruck – inklusive der Werte, die ihr direkt in die Anlage SO eurer Steuererklärung übertragen könnt. Daher spart euch ein gutes Tool nicht nur Zeit, sondern auch Ärger bei einer möglichen Rückfrage.

DAC8 und die automatische Meldung ab 2027

Seit dem 1. Januar 2026 gilt das Kryptowerte-Steuertransparenzgesetz (KStTG), die deutsche Umsetzung der EU-Richtlinie DAC8. Konkret bedeutet das: Börsen erheben ab 2026 systematisch eure Daten, und die erste automatische Meldung an das Finanzamt erfolgt 2027. Folglich kann das Finanzamt eure Angaben künftig mit den Börsendaten abgleichen. Wer jetzt sauber dokumentiert, hat später nichts zu befürchten – und eine Krypto-Steuer-Software liefert genau diese lückenlose Dokumentation.

💡 Tipp: Wartet nicht bis kurz vor der Abgabefrist. Verknüpft eure Börsen am besten schon während des Jahres mit dem Tool. So bleiben die Daten aktuell und ihr vermeidet hektisches Nachpflegen im Frühjahr.

Warum Excel an seine Grenzen stößt

Viele Anleger*innen starten mit einer selbstgebauten Tabelle und merken erst nach ein paar Monaten, wie aufwendig das wird. Denn jede Transaktion braucht den exakten Kurs zum Zeitpunkt des Handels, in Euro umgerechnet. Bei Tausenden von Coins und schwankenden Wechselkursen ist das von Hand kaum zuverlässig zu pflegen. Hinzu kommt: Sobald ihr Coins zwischen euren eigenen Wallets verschiebt, dürft ihr das nicht als Verkauf werten – ein klassischer Fehler in selbstgebauten Tabellen. Eine Krypto-Steuer-Software erkennt solche internen Transfers automatisch und rechnet sie korrekt heraus. Daher rechnet sich ein Tool für die meisten Anleger*innen schon ab wenigen hundert Transaktionen.

Die wichtigsten Steuerregeln für Krypto auf einen Blick

Bevor wir die Tools vergleichen, lohnt sich ein kurzer Blick auf die Regeln, die jede Krypto-Steuer-Software im Hintergrund anwendet. Denn nur wenn ihr die Grundlagen kennt, könnt ihr die Ergebnisse des Reports auch prüfen.

  • Haltefrist: Verkauft oder tauscht ihr Coins, die ihr länger als zwölf Monate gehalten habt, ist der Gewinn vollständig steuerfrei (§ 23 EStG).
  • Freigrenze 1.000 Euro: Seit dem Wachstumschancengesetz liegt die Freigrenze bei 1.000 Euro pro Jahr (vorher 600 Euro). Achtung: Das ist eine Freigrenze, kein Freibetrag – wird sie auch nur um einen Euro überschritten, ist der gesamte Gewinn steuerpflichtig.
  • Steuersatz: Steuerpflichtige Gewinne werden mit eurem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert, also zwischen 0 und 45 Prozent.
  • Staking, Lending, Mining: Diese Einkünfte zählen als sonstige Einkünfte nach § 22 Nr. 3 EStG. Hier gilt eine eigene Freigrenze von 256 Euro pro Jahr.
  • Eintragung: Eure Krypto-Gewinne tragt ihr in die Anlage SO der Steuererklärung ein, in der Regel über ELSTER.

Wer sich tiefer in die Materie einlesen möchte, findet weitere Steuerthemen rund um Anlage und Vorsorge in unserer Übersicht zur Steuererklärung 2026 für Arbeitnehmer*innen. Dort erklären wir, wie sich Kapitaleinkünfte in die Gesamterklärung einfügen.

Ein kurzes Rechenbeispiel macht die Freigrenze greifbar. Angenommen, ihr verkauft innerhalb der Haltefrist Coins mit einem Gewinn von 950 Euro. Da ihr unter der Grenze von 1.000 Euro bleibt, zahlt ihr keinen Cent Steuern. Liegt der Gewinn dagegen bei 1.050 Euro, sind nicht nur die 50 Euro Überschreitung steuerpflichtig, sondern der komplette Gewinn von 1.050 Euro. Genau deshalb ist die Unterscheidung zwischen Freigrenze und Freibetrag so wichtig – und genau deshalb solltet ihr euren Gewinn vorab kennen. Eine Krypto-Steuer-Software zeigt euch diesen Wert jederzeit an.

Krypto-Steuer-Software im Vergleich: Blockpit, Koinly & CoinTracking

Kommen wir zum Kern dieses Artikels. Wir haben die drei führenden Anbieter für den deutschen Markt gegenübergestellt. Jeder hat klare Stärken – aber für deutsche Anleger*innen gibt es einen Favoriten. Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Punkte zusammen.

AnbieterPreis (pro Jahr)IntegrationenDeutscher SteuerreportGratis-VersionAm besten für
Blockpitca. 49–599 Euro250+ Börsen & Wallets, inkl. PayPalJa, DACH-nativ & Finanzamt-fertigJa (Portfolio-Tracking)Deutsche & österreichische Anleger*innen
Koinlyca. 49–279 Euro800+ Börsen & WalletsJa (mehrsprachig)Ja (bis 10.000 Transaktionen ansehen)Nutzer*innen mit vielen Exchanges
CoinTrackingca. 0–700 Euro300+ Börsen & WalletsJa (sehr detailliert)Ja (bis 200 Transaktionen)Vieltrader & High-Volume-Portfolios

Tabelle 1: Vergleich der wichtigsten Krypto-Steuer-Software-Anbieter, Stand 2026. Preise sind Richtwerte und hängen vom gewählten Paket und der Transaktionszahl ab. Alle Angaben ohne Gewähr.

Blockpit – unsere Empfehlung für deutsche Anleger*innen

Blockpit ist für deutsche Nutzer*innen unsere klare Top-Empfehlung. Der Grund ist die DACH-Nähe: Das Unternehmen stammt aus dem deutschsprachigen Raum und kennt die Besonderheiten des deutschen Steuerrechts genau. Folglich erstellt Blockpit einen deutschen Steuerreport, der exakt auf § 23 EStG und die Anlage SO zugeschnitten ist. Außerdem unterstützt das Tool über 250 Börsen und Wallets und bindet sogar PayPal an, falls ihr dort Krypto gekauft habt.

Die Bedienung ist aufgeräumt und auf Einsteiger*innen zugeschnitten, ohne fortgeschrittene Funktionen zu vernachlässigen. Besonders praktisch: Eine kostenlose Version erlaubt das Portfolio-Tracking, sodass ihr Blockpit zunächst risikolos testen könnt. Wer dann den fertigen Steuerreport benötigt, wählt ein Paket passend zur eigenen Transaktionszahl. Für die meisten deutschen Privatanleger*innen ist das der unkomplizierteste Weg zur korrekten Steuererklärung.

Ein weiterer Pluspunkt ist der Support: Da das Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum kommt, ist auch die Hilfe auf Deutsch und mit Blick auf das hiesige Steuerrecht aufgestellt. Außerdem aktualisiert Blockpit seine Steuerlogik laufend, sobald sich Gesetze ändern – beispielsweise nach dem BMF-Schreiben oder mit dem Inkrafttreten von DAC8. Deshalb müsst ihr euch nicht selbst durch jede neue Verwaltungsanweisung arbeiten. Das Tool übernimmt das für euch und passt die Berechnung entsprechend an.

👉 Wer direkt loslegen möchte, kann Blockpit hier kostenlos ausprobieren und das eigene Portfolio verknüpfen.

Koinly – der Allrounder mit den meisten Integrationen

Koinly ist international der wohl bekannteste Anbieter und punktet vor allem mit der schieren Zahl an Integrationen. Über 800 Börsen und Wallets lassen sich anbinden, was das Tool besonders für Anleger*innen interessant macht, die auf vielen verschiedenen Plattformen handeln. Zudem ist die Oberfläche übersichtlich und der Import per API oder CSV funktioniert zuverlässig.

Allerdings ist Koinly kein DACH-Anbieter. Der deutsche Steuerreport ist zwar vorhanden und solide, doch er wirkt etwas weniger auf das deutsche Finanzamt zugeschnitten als der von Blockpit. Dafür könnt ihr eure Transaktionen bis zu einer hohen Grenze kostenlos ansehen und zahlt erst, wenn ihr den Report tatsächlich herunterladen wollt. Für international aktive Nutzer*innen ist Koinly deshalb eine starke Wahl.

Praktisch ist zudem die übersichtliche Fehlererkennung: Koinly markiert fehlende Käufe oder ungeklärte Transfers deutlich, sodass ihr genau wisst, wo ihr nachbessern müsst. Gerade bei einem großen, über Jahre gewachsenen Portfolio spart das viel Zeit. Wer also über zahlreiche kleine und exotische Börsen verteilt handelt, findet bei Koinly meist die passende Integration. Für rein deutsche Steuerfälle bleibt Blockpit dennoch unsere erste Empfehlung.

CoinTracking – die Wahl für Vieltrader

CoinTracking aus München ist der Klassiker unter den Tools und richtet sich vor allem an Vieltrader und High-Volume-Portfolios. Wer täglich handelt, DeFi nutzt oder mit tausenden Transaktionen jongliert, findet hier die detailliertesten Auswertungen. Die Software bietet zahlreiche Steuerberichte, umfangreiche Charts und eine sehr granulare Kontrolle über jede einzelne Transaktion.

Der Preis dafür ist eine steilere Lernkurve. Die Oberfläche wirkt im Vergleich zu Blockpit altmodischer und kann Einsteiger*innen überfordern. Dafür ist die kostenlose Version mit bis zu 200 Transaktionen großzügig, und der deutsche Steuerreport ist ausgesprochen detailliert. Für ambitionierte Trader, die maximale Kontrolle wollen, ist CoinTracking deshalb erste Wahl.

Datenimport: API oder CSV – was ihr wissen müsst

Egal für welche Krypto-Steuer-Software ihr euch entscheidet: Am Anfang steht immer der Import eurer Daten. Hier gibt es zwei Wege, und beide haben Vor- und Nachteile. Wir erklären sie kurz, damit ihr den passenden wählt.

Import per API-Schnittstelle

Die bequemste Methode ist die Anbindung per API. Dabei verbindet ihr eure Börse direkt mit dem Tool, und alle Transaktionen werden automatisch übertragen. Wichtig: Nutzt immer eine reine Lese-Berechtigung (read-only). So kann die Software eure Daten zwar sehen, aber niemals Trades ausführen oder Coins verschieben. Der Vorteil liegt auf der Hand – einmal eingerichtet, aktualisiert sich euer Portfolio fortlaufend von selbst. Gerade wer regelmäßig handelt, spart damit viel Pflegeaufwand.

Import per CSV-Datei

Alternativ ladet ihr die Transaktionshistorie als CSV-Datei von der Börse herunter und spielt sie ins Tool ein. Das ist etwas umständlicher, aber manchmal die einzige Option – zum Beispiel bei kleineren Plattformen ohne API. Außerdem schätzen manche Anleger*innen die CSV-Variante aus Sicherheitsgründen, weil keine dauerhafte Verbindung zur Börse besteht. Achtet aber darauf, wirklich den vollständigen Verlauf zu exportieren, sonst fehlen Transaktionen im Report.

💡 Tipp: Egal welche Methode ihr wählt – prüft nach dem Import immer den Gesamtbestand. Stimmt die Anzahl eurer Coins mit dem Tool überein? Falls nicht, fehlen meist einzelne Transfers oder Käufe, die ihr manuell ergänzen müsst.

Kaufratgeber: So findet ihr die richtige Krypto-Steuer-Software

Nicht jedes Tool passt zu jedem Handelsverhalten. Damit ihr nicht zu viel zahlt oder am Ende mit fehlenden Funktionen dasteht, solltet ihr vor dem Kauf die folgenden Fragen durchgehen. Sie helfen euch, die passende Krypto-Steuer-Software einzugrenzen.

  • Wie viele Transaktionen habt ihr? Die Preise richten sich fast immer nach der Transaktionszahl. Wenige Trades pro Jahr? Dann reicht oft das günstigste Paket. Tausende Trades? Dann lohnt sich der Blick auf CoinTracking oder ein größeres Blockpit-Paket.
  • Auf welchen Börsen handelt ihr? Prüft vorab, ob eure Exchanges unterstützt werden. Bei exotischen Plattformen punktet Koinly mit der größten Auswahl.
  • Wie wichtig ist euch der deutsche Report? Wer Wert auf einen Finanzamt-fertigen Report legt, fährt mit dem DACH-nativen Blockpit am sichersten.
  • Nutzt ihr DeFi oder Staking? Komplexe Vorgänge wie Liquidity Mining oder Staking erfordern ein Tool, das diese Einkünfte sauber als sonstige Einkünfte (§ 22 Nr. 3 EStG) verbucht. Alle drei Anbieter können das, CoinTracking jedoch am detailliertesten.
  • Wie viel wollt ihr ausgeben? Vergleicht die Jahrespreise. Eine kostenlose Version zum Testen bieten alle drei – zahlen müsst ihr meist erst für den finalen Download des Reports.

💡 Expertentipp: Startet immer mit der Gratis-Version. Verknüpft eine oder zwei Börsen und schaut, ob der Import sauber läuft. Erst wenn die Daten stimmen, lohnt sich der Kauf eines Pakets. So vermeidet ihr Fehlkäufe.

Welche Software passt zu welchem Anlegertyp?

Damit die Wahl noch leichter fällt, ordnen wir die drei Tools typischen Profilen zu. Vielleicht erkennt ihr euch in einem davon wieder.

Der Gelegenheitsanleger

Habt ihr vor ein paar Jahren Bitcoin gekauft, gelegentlich nachgelegt und haltet vor allem langfristig? Dann seid ihr der klassische Fall für Blockpit. Die meisten eurer Gewinne dürften ohnehin steuerfrei sein, weil ihr die Haltefrist überschreitet. Der Finanzamt-fertige Report belegt das sauber, und die einfache Bedienung passt zum überschaubaren Aufwand. Folglich ist hier kein teures Profi-Paket nötig.

Der internationale Sammler

Nutzt ihr fünf oder mehr Börsen, darunter auch kleinere und ausländische Plattformen? Dann punktet Koinly mit der größten Integrationsauswahl. So vermeidet ihr mühsame manuelle Importe und bekommt trotzdem alle Transaktionen sauber zusammengeführt. Auch hier gilt: Erst testen, dann zahlen.

Der aktive Trader

Handelt ihr täglich, nutzt DeFi-Protokolle und kommt auf tausende Transaktionen im Jahr? Dann führt kaum ein Weg an CoinTracking vorbei. Die granularen Auswertungen und die zahlreichen Report-Varianten geben euch die nötige Kontrolle. Außerdem verkraftet das Tool auch sehr große Datenmengen, ohne unübersichtlich zu werden.

So funktioniert die Krypto-Steuer-Software Schritt für Schritt

Der Ablauf ist bei allen Tools ähnlich. Wir erklären ihn hier am Beispiel von Blockpit, weil das für deutsche Nutzer*innen der typische Weg ist. Insgesamt sind es fünf Schritte.

  • Schritt 1 – Konto anlegen: Zunächst registriert ihr euch beim Anbieter. Bei Blockpit reicht eine E-Mail-Adresse, und ihr könnt sofort mit der kostenlosen Version starten.
  • Schritt 2 – Börsen verknüpfen: Anschließend bindet ihr eure Börsen und Wallets an. Das geht entweder über eine API-Schnittstelle (read-only, also nur lesend) oder über den Import einer CSV-Datei.
  • Schritt 3 – Transaktionen prüfen: Danach gleicht die Software alle Transaktionen ab. Ihr solltet prüfen, ob alle Käufe, Verkäufe und Transfers korrekt erkannt wurden. Fehlende Vorgänge ergänzt ihr manuell.
  • Schritt 4 – Steuerreport erstellen: Nun berechnet das Tool eure Gewinne automatisch nach FIFO und erstellt den Finanzamt-fertigen Steuerreport. Dieser zeigt steuerpflichtige Gewinne, steuerfreie Haltefristen und sonstige Einkünfte getrennt an.
  • Schritt 5 – In die Steuererklärung übertragen: Schließlich übertragt ihr die Werte aus dem Report in die Anlage SO eurer Steuererklärung, in der Regel über ELSTER. Fertig.

Wer den voraussichtlichen Gewinn vorab überschlagen will, kann übrigens jederzeit unseren Krypto-Steuer-Rechner nutzen. So bekommt ihr ein Gefühl dafür, ob ihr überhaupt über der Freigrenze liegt, bevor ihr in die Software einsteigt.

Häufige Fehler bei der Krypto-Steuer

Auch mit der besten Software passieren Fehler. Die folgenden drei begegnen uns am häufigsten – und alle drei lassen sich leicht vermeiden.

  • Fehler 1: Wallets vergessen. Wer nur die großen Börsen verknüpft, aber die eigene Hardware-Wallet ignoriert, bekommt einen lückenhaften Report. Bindet wirklich alle Quellen an, sonst stimmt die FIFO-Berechnung nicht.
  • Fehler 2: Tausch als steuerfrei ansehen. Auch der Tausch von einem Coin in einen anderen (etwa Bitcoin in Ethereum) gilt als Veräußerung und kann steuerpflichtig sein. Die Software erkennt das automatisch – manuell wird es oft übersehen.
  • Fehler 3: Staking ignorieren. Staking-Belohnungen sind sonstige Einkünfte mit eigener Freigrenze von 256 Euro. Wer sie weglässt, riskiert eine unvollständige Erklärung.

💡 Expertentipp: Bewahrt eure CSV-Exporte und Report-PDFs mindestens zehn Jahre auf. Mit der DAC8-Meldung ab 2027 kann das Finanzamt eure Angaben künftig direkt mit den Börsendaten abgleichen – eine saubere Dokumentation ist dann Gold wert.

Fazit: Für deutsche Anleger*innen führt kaum ein Weg an Blockpit vorbei

Eine Krypto-Steuer-Software nimmt euch die komplexeste Aufgabe der Krypto-Steuer ab: die FIFO-Berechnung über alle Wallets hinweg und die Erstellung eines Finanzamt-fertigen Reports. Alle drei vorgestellten Tools erledigen das zuverlässig. Koinly glänzt mit der größten Integrationsauswahl, CoinTracking mit maximaler Detailtiefe für Vieltrader.

Für die meisten deutschen Privatanleger*innen bleibt jedoch Blockpit die rundeste Lösung: DACH-nativ, ein passgenauer deutscher Steuerreport und eine kostenlose Version zum Testen. Fangt am besten heute an, eure Börsen zu verknüpfen – dann seid ihr bestens vorbereitet, wenn ab 2027 die automatische Meldung greift.

Häufige Fragen zur Krypto-Steuer-Software

Brauche ich überhaupt eine Krypto-Steuer-Software?

Wenn ihr nur sehr wenige Transaktionen habt und alles auf einer einzigen Börse läuft, kommt ihr eventuell von Hand zurecht. Sobald ihr aber auf mehreren Plattformen handelt, Coins zwischen Wallets verschiebt oder Staking nutzt, wird die FIFO-Berechnung schnell unzuverlässig. Dann spart euch eine Software viel Zeit und reduziert das Fehlerrisiko deutlich. Ab der DAC8-Meldung 2027 wird saubere Dokumentation außerdem wichtiger denn je.

Welche Krypto-Steuer-Software ist die beste für Deutschland?

Für deutsche Anleger*innen empfehlen wir Blockpit. Der Anbieter stammt aus dem DACH-Raum, kennt das deutsche Steuerrecht genau und erstellt einen Steuerreport, der direkt auf § 23 EStG und die Anlage SO zugeschnitten ist. Koinly ist eine gute Alternative bei vielen verschiedenen Börsen, CoinTracking die Wahl für Vieltrader mit hohem Transaktionsvolumen.

Was kostet eine Krypto-Steuer-Software?

Die Preise richten sich nach der Zahl eurer Transaktionen und liegen meist zwischen rund 49 und 600 Euro pro Jahr. Alle drei vorgestellten Anbieter bieten eine kostenlose Version: Bei Blockpit könnt ihr das Portfolio kostenlos tracken, bei CoinTracking bis zu 200 Transaktionen erfassen, bei Koinly die Daten ansehen. Zahlen müsst ihr in der Regel erst für den finalen Download des Steuerreports.

Sind Krypto-Gewinne nach einem Jahr wirklich steuerfrei?

Ja. Haltet ihr eure Coins länger als zwölf Monate, ist der Gewinn beim Verkauf vollständig steuerfrei – das regelt § 23 EStG zum privaten Veräußerungsgeschäft. Innerhalb der Haltefrist gilt eine Freigrenze von 1.000 Euro pro Jahr. Wird sie überschritten, ist der gesamte Gewinn mit eurem persönlichen Einkommensteuersatz steuerpflichtig.

Was ändert sich durch DAC8 ab 2026?

Mit dem Kryptowerte-Steuertransparenzgesetz (KStTG), der deutschen Umsetzung von DAC8, beginnen die Börsen ab 2026 mit der systematischen Datenerhebung. Die erste automatische Meldung dieser Daten an das Finanzamt erfolgt 2027. Dadurch kann das Finanzamt eure Angaben künftig direkt mit den Börsendaten abgleichen. Eine saubere Dokumentation per Krypto-Steuer-Software wird damit noch wichtiger.

Quellen

  1. § 23 EStG – Private Veräußerungsgeschäfte. gesetze-im-internet.de, Stand 2026.
  2. Bundesministerium der Finanzen (BMF): Schreiben vom 6. März 2025 zur ertragsteuerlichen Behandlung von Kryptowährungen. https://www.bundesfinanzministerium.de
  3. Haufe: Besteuerung von Kryptowährungen – Aktuelle Rechtslage 2026. https://www.haufe.de
  4. Finanztip: Bitcoin und Steuern – Was Anleger wissen müssen, Stand 2026. https://www.finanztip.de
  5. Kryptowerte-Steuertransparenzgesetz (KStTG) – Umsetzung der EU-Richtlinie DAC8, in Kraft seit 1.1.2026. https://www.bundesfinanzministerium.de

Zuletzt aktualisiert: Juni 2026

Tino Dagba

Über den Autor

Tino Dagba

Tino Dagba ist kein Finanzexperte von Beruf — sondern aus Leidenschaft. Als er und seine Frau Jahr für Jahr über Geld stritten, suchte er nach echten Antworten: Wer zahlt was? Wie investieren wir gemeinsam? Wie planen wir unsere Zukunft, ohne uns dabei zu streiten? Die Lösung, die er entwickelte, veränderte nicht nur seine eigene Beziehung — sie inspirierte ihn dazu, FinanzSplit zu gründen. Heute teilt er das System, das bei ihm funktioniert hat, mit Paaren und Familien in Deutschland, die ihre Finanzen endlich gemeinsam in den Griff bekommen wollen. Alle Ratgeber auf FinanzSplit recherchiert er anhand offizieller Quellen wie Bundesbank, Bundesfinanzministerium (BMF), GDV und den Preis- und Leistungsverzeichnissen der Anbieter — nach den FinanzSplit-Redaktionsrichtlinien. Die Inhalte ersetzen keine individuelle Anlage- oder Steuerberatung.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung im Sinne des WpHG dar. Alle genannten Produkte, Broker und Strategien wurden redaktionell unabhängig recherchiert. Bitte konsultiere vor Anlageentscheidungen einen zugelassenen Finanzberater.