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Steuererklärung 2026: Was Arbeitnehmer absetzen können
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Steuererklärung 2026: Was Arbeitnehmer absetzen können

Das Wichtigste in Kürze: Die Steuererklärung 2025 musst du als Arbeitnehmer bis zum 31. Juli 2026 abgeben. Im Schnitt erhalten 86,6 % aller Steuerpflichtigen eine…

Key Facts

  • 1.172 Euro Durchschnitt: So viel bekommen Arbeitnehmer laut Statistischem Bundesamt durchschnittlich vom Finanzamt zurück.
  • 86,6 % aller Steuerpflichtigen erhalten eine Erstattung — nur rund 12 % müssen nachzahlen.
  • 31. Juli 2026: Das ist die Abgabefrist für die Steuererklärung 2025, wenn du sie selbst einreichst.
  • 1.230 Euro Arbeitnehmer-Pauschbetrag wird automatisch angerechnet — bist du darüber, lohnt sich die Belegsammlung.
  • 0,38 Euro/km ab dem ersten Kilometer: Die Entfernungspauschale gilt 2026 ohne Staffelung.
  • 65 % der Steuererklärungen werden inzwischen elektronisch eingereicht — Tendenz steigend.

Wer muss eine Steuererklärung abgeben?

Für viele Arbeitnehmer ist die Steuererklärung freiwillig — aber fast immer lohnt sie sich. Das Finanzamt rechnet über das Jahr pauschal auf Basis deiner Lohnsteuerklasse ab. Wenn du weniger verdient hast als angenommen, Ausgaben hattest, die das Finanzamt noch nicht kennt, oder bestimmte Lebenssituationen vorlagen, hast du in aller Regel zu viel gezahlt.

Pflicht besteht, wenn einer dieser Punkte zutrifft: Du hast 2025 bei mehreren Arbeitgebern gleichzeitig gearbeitet, du hast Lohnersatzleistungen wie Elterngeld, Kurzarbeitergeld oder Krankengeld über 410 Euro bezogen, oder du und dein Partner nutzen die Steuerklassenkombination III und V. Auch wer Kapitalerträge hat, die nicht der Abgeltungsteuer unterlagen, muss eine Erklärung abgeben.

Für alle anderen gilt: Die freiwillige Abgabe lohnt sich fast immer. Und du hast dafür vier Jahre Zeit. Die Erklärung für 2021 ist noch bis Ende 2025 nachreichbar. Für das Jahr 2025 läuft die Frist am 31. Juli 2026 ab — oder bis zum 1. März 2027, wenn du einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein einschaltest.

Was kannst du als Arbeitnehmer absetzen?

Hier liegt für die meisten das größte Sparpotenzial: Werbungskosten. Das sind Ausgaben, die direkt mit deiner Arbeit zusammenhängen. Das Finanzamt setzt automatisch den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 Euro an — auch ohne einen einzigen Beleg. Sobald deine tatsächlichen Kosten diesen Betrag übersteigen, lohnt es sich, sie einzeln nachzuweisen.

PostenPauschale / MaximalbetragVoraussetzung
Entfernungspauschale0,38 €/km ab km 1Einfache Strecke zur Arbeit × Arbeitstage
Home-Office-Pauschale6 €/Tag, max. 1.260 €/JahrTatsächlicher Heimarbeitstag
Arbeitsmittel110 € Pauschale oder tatsächliche KostenBeruflich genutzte Gegenstände
GewerkschaftsbeiträgeVoller Betrag abziehbar (neu ab 2026)Mitgliedschaft in Gewerkschaft
FortbildungskostenTatsächliche KostenBeruflicher Bezug nachweisbar
Umzugskosten (beruflich)Pauschale 964 €Beruflich bedingter Wohnortwechsel

Wichtige Neuerung 2026: Gewerkschaftsbeiträge können ab diesem Jahr vollständig abgesetzt werden — auch wenn deine gesamten Werbungskosten unter dem Pauschbetrag von 1.230 Euro bleiben. Das gilt direkt ab dem Steuerjahr 2026.

Neben Werbungskosten gibt es weitere Abzugsmöglichkeiten: Sonderausgaben wie gezahlte Kirchensteuer, Spenden bis 20 % deiner Einkünfte, Beiträge zur Riester-Rente oder Krankenversicherungsbeiträge, die über deinen Arbeitgeberanteil hinausgehen. Außergewöhnliche Belastungen — z. B. Krankheitskosten oberhalb der zumutbaren Eigenbelastung — sind ebenfalls absetzbar.

Schritt für Schritt: So gibst du deine Steuererklärung ab

Du brauchst kein Steuerexperte zu sein. Für die meisten Arbeitnehmer ist das selbst machbar — und dauert bei guter Vorbereitung unter zwei Stunden.

Schritt 1 — Belege sammeln: Dein Arbeitgeber übermittelt die Lohnsteuerbescheinigung automatisch ans Finanzamt — du erhältst eine Kopie, meist im Januar. Dazu kommen Kontoauszüge für Fahrtkosten, Quittungen für Arbeitsmittel, Nachweise für Fortbildungen und eine Liste deiner tatsächlichen Home-Office-Tage.

Schritt 2 — Tool oder Berater wählen: Für Ersteinreicher sind Apps wie WISO Steuer, Taxfix oder Steuerbot empfehlenswert — sie führen dich mit einfachen Fragen durch den Prozess. Wer nichts bezahlen möchte, nutzt ELSTER direkt beim Finanzamt (elster.de) — kostenlos, vollständig digital und offiziell anerkannt. Wer komplexere Verhältnisse hat (Nebeneinkünfte, Immobilien, Auslandsaufenthalte), ist beim Lohnsteuerhilfeverein oder Steuerberater gut aufgehoben.

Schritt 3 — Formulare ausfüllen: Für Arbeitnehmer ist die Anlage N (Nichtselbstständige Arbeit) die wichtigste. Je nach Situation kommen Anlage Vorsorgeaufwand, Anlage Kind oder Anlage Sonderausgaben dazu. Die meisten Apps befüllen diese Anlagen automatisch anhand deiner Antworten.

Schritt 4 — Bescheid prüfen: Nach durchschnittlich 50–69 Tagen kommt der Steuerbescheid. Prüfe ihn sorgfältig auf Fehler und Abweichungen. Du hast einen Monat Zeit, um Einspruch einzulegen — das kostet nichts und hemmt die Zahlungspflicht.

Was bedeutet das für dich?

Die meisten Arbeitnehmer lassen jedes Jahr über 1.000 Euro auf dem Tisch liegen. Die Steuererklärung ist kein Papierkram, den du fürchten musst — sie ist ein legitimer Weg, dir Geld zurückzuholen, das dir gehört. Wer einmal ein gutes Tool nutzt und seine Belege konsequent aufbewahrt, erledigt die Erklärung in unter zwei Stunden. Dein konkreter Stichtag für 2025: der 31. Juli 2026. Wer diesen Termin nicht schafft, kann noch bis zum 1. März 2027 mit Hilfe eines Lohnsteuerhilfevereins einreichen.

FAQ — Häufige Fragen

Muss ich als Arbeitnehmer eine Steuererklärung abgeben?

Nicht zwingend. Verpflichtend ist sie z. B. bei gleichzeitiger Beschäftigung bei mehreren Arbeitgebern, bei Lohnersatzleistungen über 410 Euro (Elterngeld, Krankengeld, Kurzarbeitergeld) oder bei der Steuerklassenkombination III/V. Für alle anderen ist sie freiwillig — lohnt sich aber, da 86,6 % der Einreichenden eine Erstattung erhalten.

Was ist die Abgabefrist für die Steuererklärung 2025?

Wer die Erklärung für 2025 selbst einreicht, muss bis zum 31. Juli 2026 fertig sein. Mit einem Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein verlängert sich die Frist auf den 1. März 2027. Wer die Frist verpasst, riskiert Verspätungszuschläge vom Finanzamt.

Wie hoch ist der Arbeitnehmer-Pauschbetrag 2026?

Der Arbeitnehmer-Pauschbetrag beträgt 2026 weiterhin 1.230 Euro und wird vom Finanzamt automatisch angesetzt — auch ohne Belege. Sobald deine tatsächlichen Werbungskosten diesen Betrag übersteigen, lohnt es sich, sie einzeln nachzuweisen.

Wie viel Geld bekomme ich im Schnitt zurück?

Laut Statistischem Bundesamt liegt die durchschnittliche Steuererstattung bei 1.172 Euro pro Person. Die meisten Erstattungen liegen zwischen 100 und 1.000 Euro. Je mehr absetzbare Kosten du nachweist, desto höher fällt die Rückzahlung aus.

Kann ich Home-Office in der Steuererklärung absetzen?

Ja. Die Homeoffice-Pauschale beträgt 6 Euro pro Heimarbeitstag, maximal 1.260 Euro pro Jahr (für 210 Tage). Du brauchst kein abgetrenntes Arbeitszimmer — es reicht, dass du nachweislich von zuhause gearbeitet hast.

Welche Tools eignen sich für Ersteinreicher?

Anfängerfreundliche Apps sind WISO Steuer, Taxfix und Steuerbot — sie führen per Frage-Antwort durch den Prozess. Kostenlos und direkt beim Finanzamt funktioniert ELSTER (elster.de). Für komplexere Fälle empfiehlt sich ein Lohnsteuerhilfeverein, der günstiger als ein Steuerberater ist.

Was ist 2026 neu bei der Steuererklärung für Arbeitnehmer?

Ab 2026 können Gewerkschaftsbeiträge vollständig abgesetzt werden — auch wenn die gesamten Werbungskosten unter dem Pauschbetrag von 1.230 Euro bleiben. Außerdem gilt die Entfernungspauschale von 0,38 Euro einheitlich ab dem ersten Kilometer, ohne Staffelung.

Quellen & Weiterführende Links

Tino Dagba

Über den Autor

Tino Dagba

Tino Dagba ist Finanzexperte und Gründer von FinanzSplit. Er lebt in Frankfurt am Main und ist seit vielen Jahren in der Finanzbranche tätig. Mit FinanzSplit macht er komplexe Finanzthemen – von ETF-Sparplänen über Broker-Vergleiche bis hin zu Steuertipps – verständlich und umsetzbar für deutsche Privatanleger. Sein Ziel: Finanzen für jeden einfach machen, jeden Tag.

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