Autor: Tino Dagba · Veröffentlicht: 13. April 2026 · Quellenprüfung: 25. September 2026
Die Größenordnung ist eine Planungsregel, kein für alle gültiger Betrag. Grundlage sind die unten verlinkten Hinweise der Verbraucherzentrale und der Bundesbank.

Was gehört in den Notgroschen?
Transparenz: Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Wenn du über einen dieser Links ein Konto eröffnest, erhalten wir eine Provision. Für dich entstehen keine Mehrkosten. Die Auswahl basiert auf eigenen Recherchen.
Ein Notgroschen ist Geld für unerwartete, zeitnahe Ausgaben: eine kaputte Waschmaschine, eine dringende Reparatur oder eine Phase mit weniger Einkommen. Er ersetzt weder die Rücklage für bekannte Jahreskosten noch langfristiges Sparen. Urlaub, Versicherungsbeiträge und eine planbare Autowartung gehören in einen eigenen Spartopf.
Beginnt mit euren notwendigen Ausgaben pro Monat: Wohnen, Essen, Mobilität, Versicherungen, Kinderkosten und verbindliche Raten. Prüft danach, wie lange ihr einen Einkommensausfall überbrücken wollt und welche Reparaturen ihr selbst tragen müsst. Zwei bis drei Monatsgehälter sind eine veröffentlichte Faustregel, aber ein Haushalt mit schwankendem Einkommen, Kindern oder Eigentum kann eine andere Reserve brauchen. Es gibt weder eine allgemeingültige Mindestzahl noch eine Garantie, dass der Betrag jeden Notfall deckt.
Beispiel für eine Person
Nur als Rechenbeispiel: Sarah hat notwendige Ausgaben von 1.600 € im Monat. Sie wählt zunächst drei Ausgabenmonate als Ziel: 1.600 € × 3 = 4.800 €. Sie besitzt bereits 500 € und spart monatlich 250 €. Ohne Zinsen oder Sonderzahlungen erreicht sie ihr Ziel im 18. Monat: 500 € + 18 × 250 € = 5.000 €. Eine zusätzliche Rückzahlung von 600 € zu Beginn würde das Ziel im 15. Monat erreichen: 500 € + 600 € + 15 × 250 € = 4.850 €. Das ist eine Planung, keine Prognose für Zinsen oder künftige Ausgaben.
Wie plant ein Paar die Reserve?
Nur als Rechenbeispiel: Ein Paar braucht für Wohnen, Essen, Mobilität und andere notwendige Ausgaben 3.000 € im Monat. Es entscheidet sich wegen eines unsicheren Einkommens und möglicher Kinderkosten für vier Ausgabenmonate: 12.000 €. Bei stabileren Einkommen oder anderen Verpflichtungen kann ein anderes Ziel sinnvoll sein. Mit 500 € gemeinsamer Sparrate pro Monat dauert der Aufbau ab null ohne Zinsen 24 Monate. Sind bereits 3.000 € vorhanden, bleiben 18 Monate. Legt fest, wer wie viel einzahlt und wem das Guthaben gehört; ein gemeinsames Produkt ist dafür nicht zwingend erforderlich.
Für die monatliche Aufteilung könnt ihr den Rechner zur fairen Kostenaufteilung verwenden. Er entscheidet nicht über Eigentum oder Bankbedingungen; haltet eure tatsächliche Vereinbarung separat fest.
Wo sollte der Notgroschen liegen?
Die Reserve muss für euch kurzfristig erreichbar sein und sollte keinem Aktienkursrisiko ausgesetzt sein. Ein Tagesgeldkonto ist dafür oft geeignet, wenn Ein- und Auszahlung sowie das Referenzkonto zu eurem Bedarf passen. Vergleicht den aktuellen variablen Zins, mögliche Sonderkonditionen, Verfügbarkeit und die tatsächliche Verwahrung direkt beim Anbieter. Ein alter Aktionszins ist keine Entscheidungsgrundlage. Einen kleinen sofort verfügbaren Teil könnt ihr auf dem Girokonto belassen, wenn Überweisungen vom Tagesgeld nicht sofort ankommen.
Für Bankeinlagen gilt die gesetzliche Einlagensicherung grundsätzlich bis 100.000 € je Einleger und Bank, einschließlich weiterer Einlagen derselben Person bei dieser Bank. Bei einem Anbieter, der Guthaben auch in Geldmarktfonds hält, gelten für Fondsanteile andere Schutzregeln als für Bankeinlagen. Schaut deshalb auf das konkrete Produkt und die tatsächliche Guthabenverteilung. Festgeld ist wegen der Laufzeit für den sofort benötigten Teil ungeeignet; Aktien und ETFs können zum ungünstigen Zeitpunkt im Wert fallen.
In fünf Schritten anfangen
- Notwendige Monatsausgaben aus den letzten Abrechnungen bestimmen; bekannte Jahreskosten getrennt durch zwölf teilen und separat zurücklegen.
- Ein erstes Reserveziel nach eurer Einkommenssicherheit und euren Verpflichtungen wählen. Das Ziel darf sich ändern, wenn sich eure Situation ändert.
- Ein geeignetes, kurzfristig verfügbares Konto mit überprüfbaren Bedingungen wählen. Prüft, wer Zugriff hat und wem das Geld gehört.
- Eine Sparrate festlegen, die auch in schwächeren Monaten tragbar ist. Einmalige Einnahmen können den Aufbau verkürzen, wenn sie nicht für fällige Ausgaben gebraucht werden.
- Nach einer Entnahme die Reserve nach Möglichkeit wieder auffüllen und das Ziel bei Umzug, Kind, Jobwechsel oder größeren Fixkosten neu berechnen.
Häufige Fragen
Ist ein ETF für den Notgroschen geeignet?
Für Geld, das ihr kurzfristig und verlässlich brauchen könntet, ist das Kursrisiko eines Aktien-ETF meist unpassend. Langfristiges Investieren ist eine eigene Entscheidung mit anderem Zeithorizont.
Muss die Reserve auf einem gemeinsamen Konto liegen?
Nein. Ihr könnt getrennte Rücklagen, ein passendes gemeinsames Bankprodukt oder eine Kombination wählen. Entscheidend sind dokumentierte Einzahlungen, rechtlicher Zugriff, tatsächliche Verfügbarkeit und die Bedingungen des jeweiligen Kontos. Trade Republic bietet nach eigener Auskunft derzeit kein Gemeinschaftskonto an; ein Paar sollte deshalb dort kein gemeinsames Konto voraussetzen.
Wie oft sollte ich den Betrag prüfen?
Mindestens nach großen Änderungen bei Einkommen, Wohnkosten, Familiengröße oder Eigentum. Auch ein jährlicher Blick auf die notwendigen Monatsausgaben hilft. Die Reserve ist ein persönlicher Plan, keine starre Formel.
Quellen und Stand
- Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein: Notgroschen als individuelle Daumenregel und Tagesgeld (Stand 12. Februar 2026).
- Deutsche Bundesbank: gesetzliche Einlagensicherung (abgerufen 25. September 2026).
- Trade Republic: Gemeinschaftskonto derzeit nicht verfügbar (abgerufen 25. September 2026).
Quellenprüfung: 25. September 2026. Zinssätze ändern sich; vor einer Kontoentscheidung die aktuelle Anbieterinformation prüfen. Dieser allgemeine Ratgeber ersetzt keine individuelle Finanz- oder Rechtsberatung.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung im Sinne des WpHG dar. Alle genannten Produkte, Broker und Strategien wurden redaktionell unabhängig recherchiert. Bitte konsultiere vor Anlageentscheidungen einen zugelassenen Finanzberater.

