Unnötige Versicherungen kündigen: Diese 10 Policen sparst du
Das Wichtigste in Kürze: Deutsche Haushalte geben im Schnitt 1.596 Euro jährlich für Versicherungen aus — ein erheblicher Teil davon für Policen, die kaum echten…
Das Wichtigste in Kürze:
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ToggleDeutsche Haushalte geben im Schnitt 1.596 Euro jährlich für Versicherungen aus — ein erheblicher Teil davon für Policen, die kaum echten Schutz bieten. Diese 10 Versicherungen kannst du bedenkenlos kündigen und so mehrere hundert Euro im Jahr sparen.
Key Facts
- 1.596 Euro jährlich gibt ein deutscher Durchschnittshaushalt für Versicherungen aus (Destatis, 2022).
- 6 Policen liegen im Schnitt im Versicherungsordner jedes Deutschen — davon sind mehrere oft überflüssig.
- 487,9 Millionen Versicherungsverträge existieren in Deutschland — das sind fast sechs pro Einwohner.
- 2.670 Euro pro Kopf fließen jährlich in Versicherungsprämien (GDV-Versicherungsdichte 2023).
- Bis zu 1.000 Euro kann ein Haushalt im Jahr sparen, wenn er überflüssige Policen konsequent kündigt.
- 254 Milliarden Euro Prämienvolumen — so groß ist die deutsche Versicherungswirtschaft 2025.
Warum Deutsche chronisch überversichert sind
Das Prinzip Versicherung ist eigentlich simpel: Du sicherst Risiken ab, die dich finanziell ruinieren würden — und trägst kleinere Verluste selbst. Was gut klingt, endet in der Praxis häufig anders. Weil Versicherungen am Point of Sale verkauft werden — direkt beim Handykauf, beim Reiseantritt, beim Kreditabschluss — sammeln sich über die Jahre Policen an, die kaum jemand aktiv gewählt hätte.
Das Ergebnis: Der Durchschnittsdeutsche zahlt monatlich rund 133 Euro für Versicherungen. Rund 487,9 Millionen Verträge laufen aktuell in Deutschland — fast sechs pro Person. Ein erheblicher Teil dieser Policen doppelt bereits vorhandenen Schutz oder sichert Risiken ab, deren Schäden du problemlos aus der eigenen Tasche zahlen könntest.
Die gute Nachricht: Unnötige Versicherungen zu kündigen ist legal, unkompliziert und spart echtes Geld. Wir schauen uns die zehn häufigsten Kandidaten an — mit konkreten Jahreskosten und dem, was du stattdessen mit dem gesparten Geld anstellen kannst.
Die 10 unnötigen Versicherungen im Überblick
Diese Policen sind in deutschen Haushalten weit verbreitet — und in den meisten Fällen überflüssig. Die folgende Tabelle zeigt typische Jahreskosten und den Hauptgrund, warum du sie kündigen kannst.
| Versicherung | Typische Jahreskosten | Warum überflüssig? |
|---|---|---|
| Restschuldversicherung | 200–400 € | Teuer, voller Ausschlüsse — BU-Versicherung ist weit besser |
| Sterbegeldversicherung | 150–300 € | Schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis; Tagesgeldkonto günstiger |
| Tierkrankenversicherung (Kleintiere) | 100–200 € | Prämien übersteigen oft die Tierarztkosten; kaum rentabel |
| Ausbildungsversicherung | 80–150 € | Schlechte Rendite; ETF-Sparplan deutlich sinnvoller |
| Handyversicherung | 60–100 € | Viele Schäden ausgeschlossen; kein existenzielles Risiko |
| Brillenversicherung | 60–100 € | Auszahlungen niedrig; Beiträge übersteigen Nutzwert oft |
| Glasbruchversicherung (separat) | 40–80 € | Meist bereits in der Hausratversicherung enthalten |
| Kinderunfallversicherung (Doppelschutz) | 40–80 € | Gesetzl. Unfallversicherung der Schule deckt vieles bereits ab |
| Reisekrankenversicherung (Doppelschutz) | 20–50 € | GKV + Kreditkarten-Zusatzschutz decken das meist schon ab |
| Reisegepäckversicherung | 20–40 € | In der Hausratversicherung meist enthalten; Schäden selten hoch |
Restschuldversicherung: Wird beim Kreditabschluss fast automatisch angeboten und klingt sinnvoll — Absicherung bei Jobverlust oder Krankheit. In der Praxis ist sie teuer und voller Klauseln, die im Ernstfall die Leistung verweigern. Eine echte Berufsunfähigkeitsversicherung bietet weit besseren Schutz zu oft niedrigerem Preis. Laut Bund der Versicherten gehört die Restschuldversicherung zu den am häufigsten missverkauften Produkten in Deutschland.
Sterbegeldversicherung: Wird oft älteren Menschen verkauft, damit die Familie die Beerdigungskosten trägt. Der Haken: Du zahlst über Jahre meist mehr ein, als ausgezahlt wird. Wer vorsorgen möchte, legt das Geld lieber auf einem Tagesgeldkonto zurück — dort ist es im Ernstfall sofort verfügbar und verzinst sich dabei.
Handyversicherung: Typisches Beiprogramm beim Handykauf im Laden — 5 bis 10 Euro im Monat. Probleme: Displaybruch durch eigenes Verschulden ist oft ausgeschlossen, bei Diebstahl wird eine Strafanzeige verlangt, und ausgezahlt wird der Zeitwert, nicht der Neuwert. Die entscheidende Frage lautet: Bringt mich ein kaputtes Smartphone in finanzielle Not? Fast immer lautet die Antwort nein.
Glasbruch- und Reisegepäckversicherung: Zwei klassische Doppelversicherungen. Prüfe einmal in Ruhe deine bestehende Hausratversicherung — in den meisten Policen sind Glasbruch auf dem Grundstück und Gepäckverlust auf Reisen bereits optional eingeschlossen. Wer dann noch eine separate Police zahlt, gibt Geld zweimal für denselben Schutz aus.
So kündigst du unnötige Versicherungen richtig
Der erste Schritt ist dein Versicherungsordner — digital oder analog. Schreibe alle laufenden Verträge auf und stelle dir für jeden die gleiche Frage: Welches konkrete Risiko deckt diese Police ab, und könnte ich den Maximalschaden selbst zahlen? Wenn die Antwort ja ist, ist die Versicherung ein Kandidat zum Kündigen.
Kündigungsfristen im Blick behalten: Die meisten Jahresversicherungen laufen automatisch weiter, wenn du nicht mit einer Frist von einem Monat vor Ablauf kündigst. Trag dir das Datum in den Kalender ein — am besten drei Monate vorher, damit du Zeit hast. Kfz-Versicherungen haben die bekannte Frist zum 30. November. Den genauen Ablauftermin findest du auf deinem Versicherungsschein.
Außerordentliches Kündigungsrecht nutzen: Nach einer Beitragserhöhung hast du in der Regel ein Sonderkündigungsrecht von vier Wochen. Dasselbe gilt nach einem Schadensfall, bei dem der Versicherer die Leistung kürzt oder verweigert. Viele Versicherte wissen das nicht — und zahlen jahrelang mehr als nötig. Informationen zu allen Kündigungsrechten findest du beim Statistischen Bundesamt und bei Verbraucherzentralen.
Schriftlich und nachweisbar kündigen: Immer per Einschreiben oder über das offizielle Kundenportal des Versicherers. Fordere eine schriftliche Kündigungsbestätigung an. Ohne Bestätigung hast du keinen Beweis, dass der Vertrag tatsächlich endet.
Was kannst du mit dem gesparten Geld anfangen? Selbst wenn du nur vier der zehn Versicherungen oben streichst, sparst du realistisch 200 bis 400 Euro jährlich. In einen ETF-Sparplan investiert, wächst das bei durchschnittlich 7 % Rendite über 20 Jahre auf mehr als 10.000 Euro an — statt in den Taschen einer Versicherungsgesellschaft zu verschwinden.
Was bedeutet das für dich?
Versicherungen sollen vor dem finanziellen Ruin schützen — nicht jedes kleine Alltagsrisiko abfedern. Mach dir einmal im Jahr die Mühe, deinen Versicherungsordner zu öffnen und jeden Vertrag mit einem einzigen Satz zu begründen: „Diese Versicherung schützt mich vor einem Schaden, den ich nicht selbst zahlen könnte.“ Wenn dieser Satz nicht schlüssig klingt, ist es Zeit zu kündigen. Die freiwerdende Prämie gehört in deinen Vermögensaufbau — nicht in die Gewinne der Versicherungswirtschaft.
FAQ — Häufige Fragen
Welche Versicherungen sind wirklich unnötig?
Unnötig sind Versicherungen, die Risiken absichern, die dich nicht in finanzielle Not bringen würden — wie Handybruch, Brillenverlust oder Reisegepäck. Ebenfalls überflüssig sind Policen, die Schutz doppeln, den du bereits durch Hausrat-, Kranken- oder Haftpflichtversicherung hast.
Kann ich eine Versicherung jederzeit kündigen?
Jahresverträge kannst du mit einer Frist von einem Monat zum Ablauftermin kündigen. Darüber hinaus gibt es Sonderkündigungsrechte nach einer Beitragserhöhung (4 Wochen) oder nach einem Schadensfall. Lies deinen Versicherungsschein für die genauen Fristen.
Was passiert, wenn ich die Kündigungsfrist verpasse?
Verpasst du die Frist, verlängert sich der Vertrag in der Regel automatisch um ein weiteres Jahr. Trag dir deshalb alle Ablauftermine mit einer dreimonatigen Vorlaufzeit in den Kalender ein — dann hast du immer genug Zeit zu reagieren.
Ist die Glasbruchversicherung wirklich überflüssig?
Oft ja: Wer eine Hausratversicherung mit optionalem Glasbruch-Zusatz hat, zahlt mit einer separaten Police doppelt. Prüfe deine Hausratpolice — dort steht, ob Glasbruch im Haus und auf dem Grundstück eingeschlossen ist.
Lohnt sich eine Handyversicherung für teure Smartphones?
Bei sehr teuren Geräten über 1.000 Euro kann es sich lohnen — aber nur, wenn die Police Displaybruch durch eigenes Verschulden explizit einschließt und den Neuwert erstattet. Viele Policen zahlen lediglich den Zeitwert und haben lange Ausschlusslisten. Immer das Kleingedruckte prüfen.
Was mache ich mit dem gesparten Geld?
Stecke die freiwerdende Prämie direkt in einen ETF-Sparplan oder auf ein Tagesgeldkonto als Selbstversicherungsrücklage. So bildest du selbst einen Puffer für kleine Schäden und lässt dein Geld für dich arbeiten — statt es einer Versicherungsgesellschaft zu überlassen.
Sind Restschuldversicherungen immer schlecht?
Nicht immer, aber meistens zu teuer und voller Ausschlüsse. Wer sich bei Berufsunfähigkeit oder Tod absichern möchte, ist mit einer separaten BU-Versicherung oder Risikolebensversicherung in der Regel deutlich besser und günstiger aufgestellt.
Quellen & Weiterführende Links

Über den Autor
Tino Dagba ist Finanzexperte und Gründer von FinanzSplit. Er lebt in Frankfurt am Main und ist seit vielen Jahren in der Finanzbranche tätig. Mit FinanzSplit macht er komplexe Finanzthemen – von ETF-Sparplänen über Broker-Vergleiche bis hin zu Steuertipps – verständlich und umsetzbar für deutsche Privatanleger. Sein Ziel: Finanzen für jeden einfach machen, jeden Tag.
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