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Vermögenswirksame Leistungen 2026: VL richtig nutzen
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Vermögenswirksame Leistungen 2026: VL richtig nutzen

Vermögenswirksame Leistungen (VL) sind eine der am meisten unterschätzten staatlichen Förderungen für Arbeitnehmer in Deutschland. Dein Arbeitgeber zahlt dir Geld — du investierst es —…

Vermögenswirksame Leistungen (VL) sind eine der am meisten unterschätzten staatlichen Förderungen für Arbeitnehmer in Deutschland. Dein Arbeitgeber zahlt dir Geld — du investierst es — und der Staat legt noch etwas obendrauf. Trotzdem nutzen laut einer Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge mehr als die Hälfte aller berechtigten Arbeitnehmer ihre VL nicht. Das bedeutet: bares Geld liegt auf dem Tisch, das du nur einfordern musst.

In diesem Ratgeber erfährst du alles über VL 2026: Anspruch, Höhe, beste Anlageform, wie du die Arbeitnehmersparzulage bekommst — und mit welchem Broker du deine VL am besten in ETFs investierst.

Was sind vermögenswirksame Leistungen?

Vermögenswirksame Leistungen sind Geldleistungen, die dein Arbeitgeber zusätzlich zu deinem Gehalt direkt in eine staatlich anerkannte Sparanlage einzahlt. Sie sind im Vermögensbildungsgesetz (5. VermBG) geregelt. Der Arbeitgeber überweist den VL-Betrag monatlich nicht an dich, sondern direkt an die Spareinrichtung (Broker, Bausparkasse, Bank).

Du musst deinen Anspruch aktiv geltend machen — er wird nicht automatisch ausgezahlt. Viele Tarifverträge sehen VL-Leistungen vor, aber auch ohne Tarifvertrag können Arbeitgeber freiwillig VL zahlen.

Wer hat Anspruch auf VL — und wie viel?

Ein gesetzlicher Anspruch auf VL besteht nur, wenn der Tarifvertrag, ein Betriebsvertrag oder der Arbeitsvertrag dies vorsieht. Laut Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) sind in Deutschland mehr als 35 Millionen Beschäftigte tariflich anspruchsberechtigt. Die Höhe variiert je nach Branche:

Branche / TarifvertragVL-Betrag (monatlich)
Öffentlicher Dienst (TVöD)6,65 EUR
Metallindustrie (IG Metall)26,59 EUR
Chemische Industrie26,59 EUR
Bankgewerbe40,00 EUR
Ohne Tarifvertrag (freiwillig)0 bis 40 EUR (individuell)

Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Tarifregister 2026. Maximaler VL-Betrag nach § 2 VermBG: 40 EUR/Monat (480 EUR/Jahr).

Kein Tarifvertrag? Trotzdem fragen! Viele Arbeitgeber zahlen VL freiwillig, wenn der Arbeitnehmer aktiv fragt. Laut einer forsa-Umfrage (2023) wusste fast jeder dritte Arbeitnehmer nicht, ob sein Arbeitgeber VL anbietet.

Arbeitnehmersparzulage 2026: Geld vom Staat on top

Zusätzlich zum Arbeitgeberanteil gibt es die staatliche Arbeitnehmersparzulage, wenn du VL in bestimmte Anlageformen investierst und dein Einkommen die Grenze nicht überschreitet:

AnlageformZulageEinkommensgrenze (zu versteuerndes Einkommen)
ETF-Sparplan / Aktienfonds (mind. 60 % Aktien)20 % → max. 80 EUR/Jahr40.000 EUR (ledig) / 80.000 EUR (verheiratet)
Bausparvertrag / Bausparprämie9 % → max. 43 EUR/Jahr17.900 EUR (ledig) / 35.800 EUR (verheiratet)

Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), 5. Vermögensbildungsgesetz, Stand 2024 (gilt weiterhin 2026).

Die Arbeitnehmersparzulage beantragst du einmal jährlich in der Steuererklärung — Anlage VL. Sie wird direkt mit deiner Steuererstattung ausgezahlt oder mit der Steuerschuld verrechnet.

VL-Anlageformen im Vergleich: ETF schlägt Bausparvertrag

AnlageformRendite p.a. (historisch)Staatszulage?Empfehlung
ETF-Sparplan (Aktienfonds)6–8 % p.a.✅ bis 80 EUR/JahrBeste Wahl
Bausparvertrag1–2 % p.a.✅ bis 43 EUR/JahrNur bei Eigenheimwunsch
Banksparbuch / Festgeld2–3 % p.a. (variabel)Nicht empfohlen

Hinweis: Die historische ETF-Rendite basiert auf dem MSCI World (1970–2024, Quelle: MSCI). Vergangene Renditen sind kein Garant für künftige Ergebnisse.

Rechenbeispiel: VL + Zulage über 7 Jahre

Szenario: Jonas, 28 Jahre, Metallarbeiter. Arbeitgeber zahlt 26,59 EUR VL/Monat. Jonas stockt selbst auf 40 EUR auf (Differenz: 13,41 EUR/Monat aus eigenem Gehalt).

PositionMonatJahr7 Jahre
Arbeitgeber-VL26,59 EUR319,08 EUR2.233 EUR
Eigenbeitrag Jonas13,41 EUR160,92 EUR1.126 EUR
Staatliche Zulage (20 % auf 400 EUR)80 EUR560 EUR
Eingezahltes Kapital gesamt560 EUR3.919 EUR
Endwert bei 7 % Rendite p.a. (ETF)ca. 5.200 EUR

Jonas zahlt effektiv nur 1.126 EUR aus eigener Tasche — und bekommt nach 7 Jahren ca. 5.200 EUR zurück. Das entspricht einer staatlichen Förderquote von über 60 %. Rendite hypothetisch, basiert auf MSCI World Langfristwert. Ohne Gewähr.

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Schritt für Schritt: So beantragst du deine VL beim Arbeitgeber

  1. Prüfen, ob Anspruch besteht: Lies deinen Arbeitsvertrag und deinen Tarifvertrag (falls vorhanden). Frage ggf. direkt in der Personalabteilung nach.
  2. Anlageform wählen: Entscheide dich für einen VL-fähigen ETF-Sparplan (empfohlen) oder Bausparvertrag. Broker/Bank muss VL-fähig sein — prüfe das vorab beim Anbieter.
  3. Depot eröffnen: Eröffne ein VL-fähiges Depot (z. B. Scalable Capital). Erhalte die Depot- und Kontonummer.
  4. VL-Antrag beim Arbeitgeber stellen: Fülle das betriebliche VL-Formular aus (meist von der Personalabteilung) und gib Depot-/Kontonummer an.
  5. Startmonat bestätigen: Die erste VL-Zahlung erfolgt i.d.R. ab dem Folgemonat nach Antragstellung.
  6. Arbeitnehmersparzulage beantragen: Jährlich in der Steuererklärung über Anlage VL — das Finanzamt zahlt die Zulage nach Ablauf der Sperrfrist aus.

Häufige Fehler bei der VL-Nutzung

  1. VL gar nicht beantragen: Der häufigste Fehler — der Anspruch wird nie geltend gemacht. Frage aktiv nach, auch wenn der Arbeitgeber nichts von sich aus anspricht.
  2. Falschen Broker wählen: Nicht alle Broker und Banken bieten VL-fähige Depots an. Prüfe vor der Kontoeröffnung, ob der Anbieter VL akzeptiert.
  3. Bausparvertrag statt ETF wählen: Bei langen Anlagezeiträumen (7+ Jahre) bietet ein ETF-Sparplan deutlich höhere Renditen als ein Bausparvertrag.
  4. Keine Arbeitnehmersparzulage beantragt: Die Zulage gibt es nicht automatisch — sie muss jedes Jahr in der Steuererklärung beantragt werden.
  5. Bei Jobwechsel nichts unternommen: VL-Verträge können bei einem Jobwechsel meist weitergeführt werden — aber der neue Arbeitgeber muss informiert werden.

Expertentipp

Auch wenn dein Arbeitgeber keine oder nur geringe VL zahlt: Du kannst den Vertrag vollständig aus eigener Tasche aufstocken, bis du 40 Euro monatlich erreichst. Auf diese Eigenbeiträge erhältst du ebenfalls die staatliche Arbeitnehmersparzulage — solange du die Einkommensgrenze nicht überschreitest. Das macht VL auch ohne Arbeitgeberbeteiligung zu einem attraktiven Sparprodukt mit staatlicher Förderung.

FAQ — Häufige Fragen zu vermögenswirksamen Leistungen

Wer hat Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen?

Arbeitnehmer in Betrieben mit Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung, die VL vorsehen. Auch ohne Tarifvertrag können Arbeitgeber freiwillig VL zahlen — fragen lohnt sich. Laut Bundesministerium für Arbeit und Soziales sind über 35 Millionen Beschäftigte in Deutschland grundsätzlich anspruchsberechtigt.

Wie hoch ist der VL-Zuschuss vom Arbeitgeber?

Der gesetzliche Höchstbetrag liegt bei 40 Euro monatlich. Die tatsächliche Höhe hängt vom Tarifvertrag ab — im öffentlichen Dienst (TVöD) sind es nur 6,65 Euro, in der Metallindustrie 26,59 Euro, im Bankgewerbe die vollen 40 Euro. Die Differenz kann der Arbeitnehmer selbst aufstocken.

Warum ist der ETF-Sparplan für VL die beste Option?

ETF-Sparpläne auf Aktienindizes wie den MSCI World erzielten historisch 6–8 % Rendite pro Jahr (Quelle: MSCI, Langfristdaten 1970–2024). Ein Bausparvertrag bietet aktuell 1–2 %. Bei einer Anlagedauer von 7 Jahren macht dieser Unterschied mehrere tausend Euro aus — wie das Rechenbeispiel oben zeigt.

Kann ich ETF-Sparplan und Bausparvertrag für VL kombinieren?

Nein — du kannst nur eine Anlageform gleichzeitig für VL nutzen. Du kannst jedoch nach Ablauf des ersten Vertrags zu einer anderen Anlageform wechseln.

Was passiert mit meinem VL-Guthaben, wenn ich den Job wechsle?

Das angesparte VL-Guthaben gehört dir — es bleibt in deinem Depot oder bei der Bausparkasse. Du kannst dem neuen Arbeitgeber deine Kontodaten mitteilen, damit er seine VL-Zahlungen dorthin überweist. Die Sperrfrist beginnt mit dem Vertragsstart und läuft unabhängig vom Arbeitgeber weiter.

Wie beantrage ich die Arbeitnehmersparzulage?

In der jährlichen Steuererklärung über die Anlage VL. Dein Broker oder deine Bausparkasse stellt dir am Jahresende eine VL-Bescheinigung aus. Diese Bescheinigung gibst du beim Finanzamt zusammen mit der Steuererklärung ein. Die Zulage wird erst nach Ablauf der 7-jährigen Sperrfrist ausgezahlt.

Quellen & weiterführende Links

Tino Dagba

Über den Autor

Tino Dagba

Tino Dagba ist Finanzexperte und Gründer von FinanzSplit. Er lebt in Frankfurt am Main und ist seit vielen Jahren in der Finanzbranche tätig. Mit FinanzSplit macht er komplexe Finanzthemen – von ETF-Sparplänen über Broker-Vergleiche bis hin zu Steuertipps – verständlich und umsetzbar für deutsche Privatanleger. Sein Ziel: Finanzen für jeden einfach machen, jeden Tag.

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