Geprüft am 1. Oktober 2026. Das Altersvorsorgedepot ist Teil der Reform der geförderten privaten Altersvorsorge. Das Gesetz wurde im Mai 2026 verkündet; neue Produkte können ab dem 1. Januar 2027 angeboten werden. Dieser Artikel erklärt die beschlossenen Regeln. Konkrete Anbieterpreise und verfügbare Produkte lassen sich erst anhand zertifizierter Angebote vergleichen.

Das Wichtigste in Kürze
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- Das Altersvorsorgedepot ermöglicht eine geförderte Anlage ohne Beitragsgarantie. Der Wert kann schwanken und auch fallen.
- Unmittelbar Förderberechtigte erhalten für die ersten 360 € Eigenbeitrag pro Jahr 50 Cent Grundzulage je Euro, für weitere bis zu 1.440 € 25 Cent je Euro. Die maximale Grundzulage beträgt 540 € bei 1.800 € Eigenbeitrag.
- Für Kinder kann ein Elternteil zusätzlich einen Euro Kinderzulage je eingezahltem Euro erhalten, höchstens 300 € pro Kind und Jahr. Die Voraussetzungen müssen erfüllt sein.
- Für die Grundzulage ist grundsätzlich ein Eigenbeitrag von mindestens 120 € pro Jahr erforderlich. Das Finanzamt prüft, ob über die Zulagen hinaus ein Steuervorteil entsteht.
- Du musst einen bestehenden Riester-Vertrag nicht vorschnell kündigen. Ein Wechsel kann möglich sein; entscheide anhand der Kosten, Garantien und individuellen Folgen.
Die Regeln erläutert das Bundesfinanzministerium in seinen Fragen und Antworten. Der verkündete Gesetzestext ist die rechtliche Grundlage.
Was ist ein Altersvorsorgedepot?
Es ist ein zertifizierter Altersvorsorgevertrag mit einer Anlage in zugelassenen Wertpapieren ohne verpflichtende Beitragsgarantie. Anders als in einem normalen Depot fließen mögliche staatliche Zulagen in den Vertrag. Wertsteigerungen und Erträge werden während der Ansparphase nicht laufend besteuert. Auszahlungen werden später mit dem individuellen Steuersatz besteuert. Das Kapital ist für die Altersvorsorge gebunden; wer jederzeit frei darüber verfügen will, braucht zusätzlich frei verfügbares Vermögen.
Wie wird die Förderung berechnet?
| Jährlicher Eigenbeitrag | Grundzulage für unmittelbar Berechtigte |
|---|---|
| 120 € | 60 € |
| 360 € | 180 € |
| 1.200 € | 390 € |
| 1.800 € | 540 € |
Beispiel: Bei 150 € Eigenbeitrag im Monat zahlst du 1.800 € im Jahr und erreichst bei unmittelbarer Förderberechtigung die maximale Grundzulage von 540 €. Für ein förderberechtigtes Kind können weitere 300 € hinzukommen, wenn die Voraussetzungen für die Kinderzulage erfüllt sind. Die gesamte Zulage wäre in diesem Beispiel 840 € im Jahr. Ob und in welcher Höhe darüber hinaus ein Steuervorteil entsteht, entscheidet die Günstigerprüfung. Zulage und voller Steuerabzug dürfen nicht einfach addiert werden.
Wer zu Beginn des Beitragsjahres noch keine 25 Jahre alt ist, kann unter den weiteren Voraussetzungen einmalig 200 € Berufseinsteigerbonus erhalten. Auch bestimmte Selbstständige und Mitglieder berufsständischer Versorgungseinrichtungen gehören künftig zum unmittelbar förderberechtigten Personenkreis. Bei nur mittelbar berechtigten Ehepartnern gelten eigene Regeln; ihre Grundzulage ist auf 175 € begrenzt. Alle Fördervoraussetzungen beim BMF nachlesen.
Beispiel für Paare
Wenn beide Partner unmittelbar förderberechtigt sind und jeweils 1.800 € Eigenbeitrag im Jahr in einen eigenen Vertrag einzahlen, können beide jeweils 540 € Grundzulage erhalten. Zusammen sind das 1.080 € Grundzulage. Eine Kinderzulage wird nur einem berechtigten Elternteil zugeordnet. Bei mittelbarer Förderberechtigung eines Partners ist die Rechnung anders. Klärt deshalb beide Förderstatus, bevor ihr Sparraten plant.
Ist das neue Depot besser als ein freies ETF-Depot?
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Zulagen und die Steuerfreiheit in der Ansparphase können helfen, aber Kosten, spätere Besteuerung, Anlageauswahl und eingeschränkte Verfügbarkeit verändern den Vergleich. Ein Modell mit 7 % jährlicher Rendite ist nur eine Rechenannahme, keine Prognose. Die früher hier gezeigten Depotwerte und ein angeblicher pauschaler Vorsprung gegenüber einem freien Depot waren nicht sauber vergleichbar und wurden entfernt. Nutze den Altersvorsorgedepot-Rechner für eigene Annahmen, aber prüfe seine Förderlogik und Kosten vor einer Entscheidung.
Welche Anbieter gibt es ab 2027?
Stand Oktober 2026 können wir keinen belastbaren Sieger oder endgültigen Kostenvergleich zertifizierter Altersvorsorgedepots nennen. Ein heutiges normales Broker-Depot ist nicht automatisch ein förderfähiges Altersvorsorgedepot. Vergleiche nach Veröffentlichung der Angebote die Zertifizierung, Effektivkosten, ETF-Auswahl, Gebühren für Wechsel und Auszahlungen sowie die Bedienung. Der gesetzliche Kostendeckel von 1 % Effektivkosten betrifft das Standardprodukt; er ist keine Preiszusage für jedes Depot.
Was tun mit einem bestehenden Riester-Vertrag?
- Fordere eine aktuelle Kosten- und Leistungsübersicht des Vertrags an.
- Prüfe vorhandene Garantien, Zulagen, Steuervorteile und mögliche Wechselkosten.
- Vergleiche erst dann einen förderunschädlichen Übertrag mit Weiterführung oder Beitragsfreistellung. Eine einfache Kündigung kann Förderung zurückfordern.
- Warte auf konkrete zertifizierte Angebote und kläre persönliche Steuerfragen bei einer qualifizierten Beratungsstelle.
Das BMF beantwortet Fragen zum Wechsel und zu alten Verträgen. Ein alter Vertrag muss nicht allein wegen des neuen Gesetzes sofort beendet werden.
Häufige Fragen
Wann starten die neuen Produkte?
Anbieter können sie ab 1. Januar 2027 anbieten. Der Bundesrat stimmte am 8. Mai 2026 zu; das Gesetz wurde Ende Mai verkündet. Siehe Bundesrat und Bundesgesetzblatt.
Muss ich meinen Riester-Vertrag kündigen?
Nein. Prüfe erst die individuelle Wirtschaftlichkeit und die Möglichkeiten eines förderunschädlichen Wechsels.
Sind Gewinne im Depot steuerfrei?
Während der Ansparphase werden Wertsteigerungen und Erträge im Vertrag nicht laufend besteuert. Leistungen in der Auszahlungsphase sind nachgelagert steuerpflichtig.
Ist eine Rendite garantiert?
Nein. Ein Altersvorsorgedepot ohne Beitragsgarantie trägt Kapitalmarktrisiko. Frühere ETF-Renditen sichern keine künftigen Ergebnisse.
Quellen: BMF, Reform-FAQ; Bundesregierung, Reformüberblick; BGBl. 2026 I Nr. 156. Keine individuelle Anlage- oder Steuerberatung.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung im Sinne des WpHG dar. Alle genannten Produkte, Broker und Strategien wurden redaktionell unabhängig recherchiert. Bitte konsultiere vor Anlageentscheidungen einen zugelassenen Finanzberater.

