Autor: Tino Dagba · Veröffentlicht: 2026-04-28 · Letzte Prüfung: 2026-04-28
Alle Angaben recherchiert anhand von § EStG, § ErbStG, § BGB und Anbieter-Preisverzeichnissen (Stand April 2026). Keine Anlage- oder Steuerberatung.
Mit 100 € pro Monat im Junior-Depot werden bis zur Volljährigkeit deines Kindes rund 38.580 € — vorausgesetzt, du wählst einen Broker, der bei einem ETF-Sparplan keine Gebühren frisst und du nutzt den Steuer-Hebel, den fast jeder Vergleich übersieht. Das ist keine Werbung, sondern reine Zinseszins-Mathematik bei 6 % langfristiger Marktrendite. Das Problem: Auf der ersten Google-Seite stehen Listen mit 15 Brokern, eine Wertung pro Broker, kein Wort zur Nichtveranlagungsbescheinigung und kein Beispiel, das wirklich rechnet. Genau das ändert sich hier. Du bekommst die 3 Anbieter, die 2026 Sinn ergeben, eine Vergleichstabelle mit echten Gebühren, das vollständige Steuer-Setup nach § 20 Abs. 9 EStG und § 44a EStG sowie zwei Fallstricke ab dem 18. Geburtstag.
Zuletzt aktualisiert: April 2026.
📊 Das Wichtigste in Kürze
- 100 € monatlich in einem ETF-Sparplan ergeben bei 6 % Rendite und 18 Jahren Laufzeit rund 38.580 € Endkapital.
- Scalable Capital Junior-Depot kostet 0 € Depotführung und 0 € pro ETF-Sparplan-Ausführung im FREE-Modell — günstigster Anbieter 2026 für ETF-Sparpläne.
- Dein Kind hat 2026 einen Grundfreibetrag von 12.348 € plus den Sparerpauschbetrag von 1.000 € (§ 20 Abs. 9 EStG) — zusammen 13.348 € steuerfreier Kapitalertrag pro Jahr.
- Mit der Nichtveranlagungsbescheinigung nach § 44a Abs. 2 EStG zieht keine Bank Kapitalertragsteuer ab — die 25 % Abgeltungsteuer entfallen sofort, nicht erst durch die Steuererklärung.
- Mit dem 18. Geburtstag verliert das Elternteil das Verwaltungsrecht — das Kind bekommt vollen Zugriff auf das Depot. Das ist weder verhandelbar noch reversibel (§ 1626 BGB).

Das Rechenbeispiel, das dir keiner zeigt: 100 € werden zu 38.580 €
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Drei Sparraten, drei Endbeträge. Für die Rechnung nehmen wir 6 % durchschnittliche Rendite pro Jahr — der MSCI World hat seit 1988 rund 8 % gebracht, wir rechnen konservativ. Monatliche Sparplan-Ausführung über 18 Jahre, Brutto vor Steuer.
💡 Rechenbeispiel: 18 Jahre Sparplan, 6 % p. a.
- 25 €/Monat: Einzahlung 5.400 €, Endwert 9.645 €, Gewinn 4.245 €.
- 50 €/Monat: Einzahlung 10.800 €, Endwert 19.290 €, Gewinn 8.490 €.
- 100 €/Monat: Einzahlung 21.600 €, Endwert 38.580 €, Gewinn 16.980 €.
Bei 7 % Rendite — historischer MSCI-World-Schnitt — wären es bei 100 €/Monat sogar 43.295 €. Bei 4 % Rendite (sehr defensiv) immer noch 31.460 €.
Hier wird’s konkret: Der Unterschied zwischen 25 € und 100 € pro Monat ist nicht 4-fach, sondern 4-fach plus Zinseszins-Hebel. Wer früh mit 25 € startet und nach drei Jahren auf 100 € hochzieht, landet trotzdem bei rund 35.000 €. Wer die ersten drei Jahre wartet, verliert dauerhaft den Zinseszins-Effekt der ersten 36 Monate.
Die 3 besten Junior-Depots 2026 im Direktvergleich
Was Finanztip verschweigt: Bei den meisten Vergleichen fehlt die Mindestsparrate, der Aufnahme-Aufwand bei Sparkassen-Brokern und der Punkt, ob der Broker eine NV-Bescheinigung beim Bundeszentralamt für Steuern automatisch hinterlegt. Wir haben es nachgezogen.
| Anbieter | Depotführung | Sparplan-Gebühr | Mindestrate | Eröffnung |
|---|---|---|---|---|
| Scalable Capital Junior | 0 € | 0 € (FREE-Modell ohne Mindestumsatz) | 1 € | Online, beide Eltern unterschreiben |
| S Broker Minderjährigendepot | 0 € | 2,50 € pro Sparplan-Ausführung | 25 € | Online + Postident, beide Eltern |
| Trade Republic Kinderdepot | 0 € | 0 € Sparplan, 1 € pro Einzelorder | 1 € | App-only, Video-Ident beider Eltern |
Die Empfehlung sortiert sich nach Sparplan-Kosten: Scalable Capital bietet im FREE-Modell echte 0 € pro Sparplan und damit über 18 Jahre 0 € Sparplan-Gebühr — das sind beim S Broker bei monatlicher 100 €-Rate dagegen 540 € Lebenszeit-Gebühren (216 Ausführungen × 2,50 €). Für dich bedeutet das: Bei reinen ETF-Sparplänen ist Scalable die mathematisch günstigste Wahl. S Broker hat dafür den Vorteil, dass das Depot später bei Volljährigkeit bei einer etablierten deutschen Bank liegt — was manchen Familien wichtiger ist als 540 € Gebühren.
Steuern beim Junior-Depot: Der 13.348-€-Hebel, den keiner nennt
Die echten Steuer-Vorteile ab 2026: Dein Kind ist eine eigene steuerliche Person. Es hat einen eigenen Grundfreibetrag von 12.348 € pro Jahr (BMF-Schreiben Stand 2026) und einen eigenen Sparerpauschbetrag von 1.000 € (§ 20 Abs. 9 EStG). Zusammen 13.348 €. Auf dieser Summe an Kapitalerträgen pro Jahr fällt 0 € Steuer an. Schwarz auf weiß laut § 32a EStG plus § 20 EStG.
Bei einem Junior-Depot mit 38.580 € Endkapital und einer Auflösung über 5 Jahre bei moderater Auszahlung erzeugt das Depot rund 4.000 € Kapitalertrag pro Jahr — komplett steuerfrei. Bei deinem eigenen Depot würden auf den gleichen Gewinn 25 % Abgeltungsteuer plus Soli plus ggf. Kirchensteuer fällig: rund 1.060 € pro Jahr. Über die Auflösungsphase reden wir also über 5.300 € Steuerersparnis allein durch die Eigentumsverlagerung.
Schenkungsteuer und § 1626 BGB: Was beim Übertragen wirklich gilt
Was viele Eltern nicht wissen: Sobald das Geld im Junior-Depot liegt, gehört es rechtlich dem Kind, nicht mehr dir. § 1626 BGB regelt die elterliche Vermögenssorge — du verwaltest, aber du verfügst nicht für eigene Zwecke. Eine spätere „Rückforderung“ zum Hauskauf wäre ein Verstoß gegen § 1664 BGB und kann angefochten werden. Die Steuerersparnis aus dem 13.348-€-Hebel ist also kein Trick, sondern die Folge einer echten Vermögensverlagerung.
Schenkungssteuerlich bist du auf der sicheren Seite: Pro Elternteil pro Kind sind 400.000 € Schenkungs-Freibetrag alle 10 Jahre frei (§ 16 Abs. 1 Nr. 2 ErbStG). 100 € pro Monat über 18 Jahre sind 21.600 € Einzahlungen — du nutzt 5,4 % deines Freibetrags. Selbst bei 500 € pro Monat bleibst du innerhalb der Grenzen.
NV-Bescheinigung: Die 60-Sekunden-Maßnahme, die fast keiner erklärt
Die Nichtveranlagungsbescheinigung (NV-Bescheinigung) nach § 44a Abs. 2 EStG ist der Hebel, der die Steuerersparnis sofort wirksam macht. Ohne NV zieht die Bank automatisch 25 % Kapitalertragsteuer ab, sobald der Sparerpauschbetrag von 1.000 € überschritten ist. Mit NV passiert das nicht. Du sparst dir den Umweg über die Steuererklärung des Kindes und holst dir das Geld nicht im Nachhinein zurück, sondern es bleibt sofort auf dem Konto.
So funktioniert es: Formular NV 1 A beim zuständigen Finanzamt einreichen (online über ELSTER oder als Papierformular, dauert real 60 Sekunden). Das Finanzamt schickt dir die Bescheinigung mit drei-Jahres-Gültigkeit zu. Diese leitest du an Scalable, S Broker oder Trade Republic weiter. Ab Eingang zieht die Bank keine Kapitalertragsteuer mehr ab.
Was ist ein Junior-Depot?
Ein Junior-Depot — synonym Kinderdepot oder Minderjährigendepot — ist ein normales Wertpapierdepot, das auf den Namen deines minderjährigen Kindes lautet. Verwaltet wird es von beiden sorgeberechtigten Eltern gemeinschaftlich (§ 1626 BGB). Wirtschaftlicher Eigentümer ist das Kind. Du kannst Aktien, ETFs, Fonds und Anleihen darin halten, genauso wie in deinem eigenen Depot. Der Unterschied liegt im Steuer-Setup, in der Eröffnungspflicht zur Doppel-Unterschrift und im Verlust deines Verfügungsrechts mit dem 18. Geburtstag.
Welches Junior-Depot ist 2026 das beste?
Für reine ETF-Sparpläne ist Scalable Capital Junior-Depot 2026 mathematisch die günstigste Option: 0 € Depotführung, 0 € pro Sparplan-Ausführung im FREE-Modell, ab 1 € Mindestrate. Bei 100 € pro Monat über 18 Jahre fallen exakt 0 € Sparplan-Gebühren an. Wer Wert auf eine deutsche Hausbank legt, fährt mit dem S Broker Minderjährigendepot solide — kostet aber bei 100 € monatlich rund 540 € über die Laufzeit. Trade Republic ist app-only, was viele Großeltern beim Übertrag-Schenken stört. Die anderen 12 Anbieter aus den Listen-Vergleichen schneiden bei Sparplan-Kosten oder Mindestrate schlechter ab.
Was passiert mit dem Junior-Depot bei Volljährigkeit?
Mit dem 18. Geburtstag erlischt die elterliche Sorge nach § 1626 BGB. Das Kind erhält automatisch und unwiderruflich vollen Zugriff auf das Depot — Verkauf, Auszahlung oder Komplett-Auflösung sind dann seine alleinige Entscheidung. Du verlierst sofort jede Verfügungsmöglichkeit. Bei Scalable, S Broker und Trade Republic läuft das automatisiert: Das Depot wird zu einem Erwachsenen-Depot mit der Steuer-ID des Kindes umgestellt, Eltern-Zugang wird gelöscht. Wer das Risiko mindern will, sollte mit dem Kind ab 14 Jahren regelmäßig sprechen — oder eine Schenkung mit Auflage gestalten, was aber ein Notar machen muss.
Wie viel sollte ich monatlich für mein Kind sparen?
Faustregel: 25 € pro Monat ergeben mit 18 Jahren rund 9.645 € — genug für den Führerschein. 50 € pro Monat ergeben 19.290 € — ein gebrauchtes Auto plus erste Wohnungsausstattung. 100 € pro Monat ergeben 38.580 € — das deckt das halbe Studium oder den Eigenkapital-Anteil für eine Eigentumswohnung. Mehr als 200 € pro Monat ist mathematisch sinnvoll, schenkungssteuerlich problemlos, aber pädagogisch fragwürdig: 18-Jährige mit 80.000 € haben statistisch häufiger Probleme mit Studienabbruch und impulsivem Konsum als 18-Jährige mit 30.000 €.

✅ Finanzsplit-Empfehlung: Scalable Capital Junior-Depot
Das günstigste Junior-Depot 2026 für ETF-Sparpläne. Im FREE-Modell zahlst du 0 € Depotführung und 0 € pro Sparplan-Ausführung. Bei 100 € monatlich über 18 Jahre sparst du gegenüber dem S Broker rund 540 € Gebühren — die direkt im Kapital deines Kindes wachsen.
→ Junior-Depot bei Scalable Capital eröffnen
Für wen lohnt sich das Junior-Depot wirklich?
Für Eltern mit langfristigem Anlagehorizont: Wenn du mindestens 10 Jahre Zeit hast, schlägt der Zinseszins-Effekt jede Tagesgeld-Lösung deutlich. Ab 13 Jahren Restlaufzeit lohnt sich der Aktien-Sparplan auch nach Renditerisiko-Korrektur.
Für Großeltern mit Schenkungs-Absicht: Wenn du 200.000 € geerbt hast und einen Teil weitergeben willst, ist das Junior-Depot der steuerlich klügste Weg. 400.000 € pro Großeltern-Kind-Verbindung sind alle 10 Jahre schenkungssteuerfrei (§ 16 ErbStG).
Für Selbstständige mit schwankendem Einkommen: Variable Sparrate ab 1 € (Scalable) oder 25 € (S Broker) bedeutet, dass du in einem schlechten Geschäftsjahr aussetzen kannst. Beide Anbieter erlauben Pause ohne Kündigungs-Aufwand.
Häufige Fehler beim Junior-Depot
Fehler 1 — Keine NV-Bescheinigung beantragen: Ohne NV zieht die Bank Kapitalertragsteuer ab dem ersten Euro über 1.000 € ab. Du holst dir das Geld zwar über die Steuererklärung zurück, aber 12 Monate später. Bei 4.000 € jährlichen Kapitalerträgen sind das 750 € Cashflow-Verzögerung pro Jahr.
Fehler 2 — Geld später für eigene Zwecke nutzen wollen: Sobald das Geld im Junior-Depot ist, gehört es dem Kind. Eine Rückforderung für Hauskauf oder Auto verstößt gegen § 1664 BGB und kann das Finanzamt zur nachträglichen Aberkennung der Steuerprivilegien führen.
Fehler 3 — Auf Empfehlung der Hausbank ein Aktiv-Fonds-Depot eröffnen: Klassische Sparkassen-Berater bieten häufig DWS-Aktivfonds mit 1,5-2,5 % laufender Kostenbelastung an. Bei 18 Jahren Laufzeit kosten diese 1,8 Prozentpunkte Mehrkosten gegenüber einem ETF rund 11.000 € Endkapital — das ist ein Drittel der gesamten Rendite.
Fehler 4 — Das Depot mit 14 verschweigen: Wenn du dem Kind nicht beibringst, wie das Depot funktioniert, kann es mit 18 Jahren impulsiv komplett verkaufen. Aufgeklärte Jugendliche halten ihre Depots mit 18 deutlich öfter weiter als uninformierte.
💡 Expertentipp
Mein Tipp: Eröffne das Junior-Depot bei Scalable, lege den Sparplan an, beantrage gleichzeitig die NV-Bescheinigung beim Finanzamt — und richte einen automatischen Dauerauftrag ein, der genau am Geburtstag des Kindes ausgeführt wird. So entsteht ein Erinnerungs-Anker: Jeder Geburtstag landet ein zusätzlicher Hunderter im Depot, sichtbar im App-Verlauf. Mit 18 Jahren hat dein Kind nicht nur Kapital, sondern eine 18-Jahres-Geschichte des Sparens vor Augen.
✅ Alternative für Sparkassen-Familien: S Broker Minderjährigendepot
Wenn dir eine etablierte deutsche Bank wichtiger ist als die letzten 540 € Gebühren-Ersparnis, ist S Broker eine solide Wahl. Mindestrate 25 €, Sparplan 2,50 € pro Ausführung, Hausbankaffinität bleibt erhalten. Eröffnung über Postident, beide Eltern unterzeichnen.
→ Minderjährigendepot beim S Broker eröffnen
Was bedeutet das für Paare?
Das Junior-Depot ist in der Regel ein Projekt beider Elternteile: Wer entscheidet über die Rate, wer überwacht das Depot, was passiert beim 18. Geburtstag? 100 € monatlich wachsen bei 6 % Rendite in 18 Jahren zu 38.580 € — aber nur, wenn ihr frühzeitig die Nichtveranlagungsbescheinigung (NVB) beim Finanzamt beantragt habt und eure Kinder den eigenen Grundfreibetrag nutzen können.
💡 Tipp für Paare: Beantragt die Nichtveranlagungsbescheinigung im Namen eures Kindes beim zuständigen Finanzamt — sie gilt für drei Jahre und stellt sicher, dass Kapitalerträge bis zum Grundfreibetrag (12.348 € in 2026) steuerfrei bleiben. Ohne NVB fällt automatisch 25 % Abgeltungsteuer auf die ETF-Erträge an.
„Das Junior-Depot ist 2026 nicht mehr Optimierung — es ist Pflicht. Wer den 13.348-€-Steuer-Freibetrag des Kindes ungenutzt lässt, verschenkt jährlich 1.000 € Steuern und 18 Jahre Zinseszins. Das Setup dauert 30 Minuten, der Effekt hält ein halbes Berufsleben.“
Quellen
- Bundesfinanzministerium — Grundfreibetrag 2026 (12.348 €): BMF-Lohnsteuer
- § 20 Abs. 9 EStG (Sparerpauschbetrag 1.000 €): gesetze-im-internet.de
- § 44a Abs. 2 EStG (NV-Bescheinigung): gesetze-im-internet.de
- § 16 ErbStG (Schenkungssteuer-Freibeträge): gesetze-im-internet.de
- § 1626 BGB (elterliche Sorge), § 1664 BGB (Verantwortlichkeit der Eltern): gesetze-im-internet.de
- Scalable Capital Preisverzeichnis 2026: scalable.capital
- S Broker Preis-Leistungs-Verzeichnis: sbroker.de
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Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung im Sinne des WpHG dar. Alle genannten Produkte, Broker und Strategien wurden redaktionell unabhängig recherchiert. Bitte konsultiere vor Anlageentscheidungen einen zugelassenen Finanzberater.

