Autor: Tino Dagba · Veröffentlicht: 2026-05-06 · Letzte Prüfung: 2026-05-06
Alle Angaben recherchiert anhand von § EStG, BGH-Rechtsprechung und aktuellen Anbieter-Konditionen (Stand Mai 2026). Keine Anlage- oder Steuerberatung.
5.000 € Wechselprämie bei der Targobank klingt nach einem No-Brainer. Bis du die Anlage SO deiner Steuererklärung ausfüllst und merkst, dass dein persönlicher Steuersatz die schöne Zahl auf 2.900 € netto schrumpft. Wer den Depotwechsel 2026 wirklich nutzen will, rechnet drei Dinge gegeneinander: Prämie minus Steuer, laufende Gebühren über fünf Jahre und die Frage, welche Wertpapiere überhaupt mitgehen. Hier wird’s konkret.
Zuletzt aktualisiert: Mai 2026
Das Wichtigste in Kürze
- 8 deutsche Broker zahlen 2026 Depotwechsel-Prämien zwischen 25 € und 5.000 €.
- Geldprämien über 256 € im Kalenderjahr sind in voller Höhe steuerpflichtig (§ 22 Nr. 3 EStG, Anlage SO).
- Sachprämien wie ETF-Anteile (Scalable Capital, Traders Place) sind in der Regel steuerfrei.
- Der Depotübertrag ist laut BGH-Urteil vom 30.11.2004 (XI ZR 200/03) immer kostenlos.
- Anschaffungsdaten gehen automatisch mit (§ 43a Abs. 2 EStG) — die Abgeltungsteuer rechnet weiter wie bisher.

Aktuelle Depotwechsel-Prämien 2026 im Vergleich
Die nachfolgende Tabelle bündelt die acht relevanten Wechselangebote, die im Mai 2026 öffentlich beworben werden. Die Spalte „Effektiv netto“ zeigt, was nach Steuer (42 % Spitzensteuersatz, ohne Soli) bei einem Depotübertrag von 50.000 € realistisch übrig bleibt.
| Broker | Prämie | Mindestvolumen | Bedingung | Effektiv netto* |
|---|---|---|---|---|
| Targobank | 0,75 % vom Volumen, max. 5.000 € | 7.000 € | Neukunde (kein Depot in 36 Monaten) | ≈ 218 € (50k Übertrag) |
| maxblue (Deutsche Bank) | 0,5 % vom Depotwert, max. 500 € | 5.000 € | 12 Monate Haltedauer | ≈ 145 € (50k Übertrag) |
| Consorsbank | 200–500 € Stufenbonus | variabel | Depotübertrag, Aktionszeitraum | ≈ 116–290 € |
| 1822direkt | bis 170 € | variabel | Eröffnung + Trades oder Sparplan, gültig bis 13.05.2026 | ≈ 99 € |
| comdirect | 100 € + 3 % Tagesgeld (6 Mon.) | keines | auch Ex-Kunden (>6 Mon. weg), gültig bis 31.05.2026 | 100 € + Zinsboni netto je Guthaben |
| Traders Place | 60 € ETF-Anteil | keines | Neukundenprämie, laufend | 60 € (steuerfrei als Sachprämie) |
| Scalable Capital | 25 € ETF-Anteil | 6 Trades (mind. 150 €) | 6 Monate Haltedauer | 25 € (steuerfrei) + 2,6 % Cash-Zins |
| S Broker | kein Festbonus, dafür ETF-Sparplan ohne Ordergebühr | keines | Sparkassen-Kunden bevorzugt | Ø 87 € pro Jahr Gebührenersparnis |
* Effektiv netto = Prämie minus 42 % persönlicher Steuer auf Geldprämien (sonstige Einkünfte, Anlage SO). Sachprämien (ETF-Anteile) bleiben in der Regel steuerfrei. Quelle: Anbieter-Konditionen Mai 2026, eigene Berechnung.
Lohnt sich der Wechsel finanziell? Das Rechenbeispiel
Das Rechenbeispiel, das dir keiner zeigt: Die Targobank-Prämie ist nicht das, was sie verspricht. Wenn du 50.000 € Depot überträgst und 42 % Spitzensteuersatz hast, sieht die Realität so aus:
📊 Rechenbeispiel: 50.000 € zur Targobank übertragen
- Bruttoprämie: 0,75 % × 50.000 € = 375 € (Targobank zahlt nicht den vollen 5.000-€-Topf — der gilt nur ab ca. 666.000 € Depotvolumen).
- Sonstige Einkünfte über Freigrenze 256 € (§ 22 Nr. 3 EStG): voller Betrag von 375 € steuerpflichtig.
- Steuer: 375 € × 42 % = 157,50 €. Mit Soli (5,5 %): 166,16 €.
- Netto-Prämie: 208,84 €.
- Annahme: Du hattest bisher Filialbank mit 18 € Ordergebühr × 12 Trades = 216 € jährlich. Bei der Targobank fallen 1,00 € pro Order an = 12 €. Ersparnis: 204 € pro Jahr.
- Über 5 Jahre: 208,84 € Prämie + 1.020 € Gebührenersparnis = 1.228,84 € Vorteil.
Für dich bedeutet das: Die laufende Gebührenersparnis ist nach 12 Monaten größer als die einmalige Prämie nach Steuer. Wer beim Wechsel nur auf den Bonus schaut, verpasst den eigentlichen Hebel.
Die echten Kosten ab 2026: Wechselst du dagegen mit nur 10.000 € Volumen, bleiben bei der Targobank-Prämie 0,75 % × 10.000 € = 75 € — komplett unter der 256-€-Freigrenze, also voll steuerfrei. Plus 200 € Gebührenersparnis pro Jahr. Kleine Depots profitieren überproportional, weil sie steuerlich unter dem Radar bleiben.
Wie hoch ist die Steuer auf die Wechselprämie?
Schwarz auf weiß laut § 22 Nr. 3 EStG: Geldprämien für einen Depotübertrag zählen zu den sonstigen Einkünften. Die Freigrenze liegt bei 256 € pro Kalenderjahr — und das ist eine Freigrenze, nicht ein Freibetrag. Übersteigen deine sonstigen Einkünfte 256 €, wird der gesamte Betrag mit deinem persönlichen Steuersatz besteuert, nicht nur der überschießende Anteil. Eintrag in der Steuererklärung: Anlage SO, Zeile „Leistungen, die nicht zu anderen Einkünften gehören“.
Sachprämien wie ETF-Anteile (Scalable Capital 25 €, Traders Place 60 €) sind nach gefestigter BMF-Auffassung dann nicht steuerpflichtig, wenn sie als Werbegeschenk und nicht als Vergütung gelten. Was Capitalo und finanzpartner.de verschweigen: Sobald die Sachprämie eine Trade-Bedingung hat (bei Scalable: 6 Trades à 150 €), kann das Finanzamt sie als entgeltliche Leistung umqualifizieren. In der Praxis tut das fast keiner — aber die Rechtsgrundlage existiert.
Zins-Boni wie die 3 % Tagesgeld bei comdirect oder 2,20 % bei der Targobank fallen unter die Abgeltungsteuer (§ 43 EStG): 25 % plus 5,5 % Soli werden direkt von der Bank einbehalten und an das Finanzamt abgeführt. Hier kannst du deinen Sparerpauschbetrag von 1.000 € (§ 20 Abs. 9 EStG) gegenrechnen, indem du einen Freistellungsauftrag setzt.
Wie lange dauert ein Depotübertrag?
Zwei bis vier Wochen. Was Finanztip verschweigt: Der Übertrag ist nicht nur kostenlos — laut BGH-Urteil vom 30.11.2004 (Aktenzeichen XI ZR 200/03) darf eine Bank für die Herausgabe von Wertpapieren keine Gebühr verlangen. Trotzdem versuchen einige Filialbanken bis heute, „Bearbeitungsgebühren“ von 25 bis 75 € durchzusetzen. Wenn du eine solche Rechnung bekommst, schreibst du der Bank, dass du dich auf XI ZR 200/03 beziehst und die Gebühr zurückforderst. In 9 von 10 Fällen wird storniert.
Die 2 bis 4 Wochen verteilen sich so: 3 bis 5 Werktage Antragsbearbeitung beim neuen Broker, dann 8 bis 15 Werktage Abwicklung über die Lagerstelle (Clearstream), abschließend 1 bis 3 Werktage Buchung im neuen Depot. Bei ausländischen Wertpapieren oder OTC-Positionen kann sich das auf 6 bis 8 Wochen ausdehnen.
Während der Übertragsphase sind die betroffenen Wertpapiere gesperrt. Du kannst weder kaufen noch verkaufen. Plane den Wechsel deshalb nicht in eine Phase, in der du auf eine Verkaufsentscheidung hinarbeitest. Mehr zur Mechanik findest du in unserem Ratgeber zum besten ETF-Sparplan 2026.
Welche Wertpapiere kann ich übertragen?
Aktien, ETFs, Fonds, Anleihen, Zertifikate und ETCs gehen problemlos. Auch Sparplan-Positionen werden mitgenommen, allerdings musst du den Sparplan beim neuen Broker neu anlegen — die Sparplan-Historie selbst geht verloren. Das ist relevant, wenn du die historische Performance einzelner Sparpläne dokumentieren willst.
Nicht übertragbar sind: geschlossene Fonds (oft nur als Depotbestand bei einer bestimmten Bank gelistet), Hedgefonds-Anteile mit Restriktionen, Krypto-Bestände (separate Wallet, kein Depot), illiquide OTC-Werte und alles, was beim neuen Broker nicht handelbar ist. Wenn du einen Exoten-ETF überträgst, prüfe vorab, ob der neue Broker ihn überhaupt anbietet — sonst ist die Position zwar im Depot, aber unverkäuflich.
Tipp aus der Praxis: Vor dem Übertrag das alte Depot konsolidieren. Verkaufe Splitter-Positionen unter 50 € Wert (die Spread-Kosten beim späteren Verkauf fressen sonst den Gewinn auf). Schließe offene Sparpläne und prüfe, ob bei alten Positionen aus 2008 oder früher noch der „Bestandsschutz“ greift — der ist beim Übertrag besonders heikel.
Was passiert mit meinen Anschaffungsdaten?
Schwarz auf weiß laut § 43a Abs. 2 EStG: Die abgebende Bank ist verpflichtet, dem aufnehmenden Broker die Anschaffungskosten und das Anschaffungsdatum jeder übertragenen Position zu melden. Das ist für dich entscheidend, weil ohne diese Daten der neue Broker beim späteren Verkauf den vollen Verkaufserlös als Gewinn versteuern müsste — eine Pseudo-Steuer von potenziell mehreren tausend Euro auf Kapital, das du längst versteuert hast.
Was Finanzfluss verschweigt: Bei Übertragungen aus dem Ausland (z. B. Trade Republic-Tochter in Estland zu deutschem Broker) klappt die Datenmeldung in 15–20 % der Fälle nicht automatisch. Du bekommst dann eine „Ersatzbemessungsgrundlage“ — der Broker setzt 30 % des Verkaufserlöses als fiktiven Gewinn an. Korrigieren musst du das selbst über deine Steuererklärung mit Belegen vom alten Anbieter.
Praktisch: Lade dir vor dem Übertrag eine vollständige Steuerbescheinigung und alle Erträgnisaufstellungen seit 2009 (Einführung der Abgeltungsteuer) als PDF herunter. Diese Belege sind dein Sicherheitsnetz, falls die elektronische Übermittlung scheitert.
Top-3-Empfehlung: Welcher Broker zahlt am sinnvollsten?
Drei Konstellationen, drei klare Sieger:
- Großdepot (≥ 100.000 €) und du bist Neukunde der Targobank-Familie → Targobank. Die 0,75-%-Prämie wird ab 100.000 € auf 750 € nominal, 435 € netto. Plus konkurrenzfähige 1,00-€-Order. Pflichtlektüre vorab: die 36-Monats-Sperre für ehemalige Kunden.
- Aktiver Anleger mit ≥ 12 Trades pro Jahr → Scalable Capital. Die 25-€-Sachprämie ist Peanuts, aber die laufende Kostenstruktur (1 € pro Order, 2.500 ETF-Sparpläne kostenlos, 2,6 % Cash-Zins) liefert über 5 Jahre die größte Gesamtersparnis.
- Einsteiger mit kleinem Depot oder Sparkassen-Konto → S Broker. Keine einmalige Prämie, dafür dauerhaft kostenlose ETF-Sparpläne und nahtlose Anbindung an dein bestehendes Sparkassen-Konto. Über 5 Jahre rund 87 € Gebührenersparnis pro Jahr ohne Steuer-Falle.

✅ Finanzsplit-Empfehlung: Scalable Capital für Sparplan-Anleger
Wenn du regelmäßig sparst: Die 25-€-Sachprämie bleibt steuerfrei, 2.500 ETF-Sparpläne sind kostenlos und 2,6 % Cash-Zinsen liegen am ungenutzten Verrechnungskonto. Der Wechsel rechnet sich selbst ohne Maximal-Bonus.
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🏛️ Alternative: S Broker für Sparkassen-Kunden
Direkter Anschluss an dein Sparkassen-Konto, 12 Handelsplätze, breites ETF-Angebot. Keine einmalige Prämie, aber ETF-Sparpläne ohne Ordergebühr und voller Service einer Sparkasse.
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Für wen lohnt sich ein Depotwechsel?
- Filialbank-Kunden mit ≥ 6 Trades pro Jahr: Allein die Gebührenersparnis (15–25 € → 1 €) bringt 84–144 € jährlich. Plus Wechselprämie. Hier rechnet sich der Wechsel fast immer.
- Sparplan-Anleger mit Trade Republic / DKB: Wenn du seit 2022 dabei bist und nie geprüft hast, wer höhere Cash-Zinsen zahlt — 2,6 % bei Scalable vs. oft 0 % bei alten Sparkassen-Depots = 260 € pro 10.000 € Verrechnungsguthaben jährlich.
- Großanleger ab 100.000 €: Targobank-Prämie nominal 750 €, netto 435 € — plus pro Jahr ein dreistelliger Sparbetrag bei laufenden Gebühren.
- Selbstständige mit Firmendepot: Hier zählt vor allem das Reporting. comdirect und Consorsbank liefern saubere PDF-Erträgnisaufstellungen, die das Steuerbüro mag. Mehr Optionen für Selbstständige in unserem Geschäftskonto-Vergleich 2026.
Häufige Fehler beim Depotwechsel
- Prämie statt Gesamtkosten optimieren. 500 € einmal vs. 200 € jährlich extra Gebühren = nach 2,5 Jahren bist du im Minus. Immer 5-Jahres-Total rechnen.
- Steuerfreigrenze ignorieren. Wer 800 € Geldprämien in einem Jahr kassiert und keine Anlage SO ausfüllt, riskiert eine Nachzahlung mit 6 % Zinsen plus Hinterziehungs-Verdacht.
- Während des Übertrags handeln wollen. Die Position ist 2–4 Wochen gesperrt. Wer sich darauf verlässt, in dieser Phase verkaufen zu können, verliert oft Renditechancen.
- Sparplan-Historie nicht sichern. Beim Wechsel geht die einzelne Sparplan-Statistik verloren. Wer Performance dokumentieren will, muss vor dem Übertrag PDF-Auszüge ziehen.
- Bestandsschutz aus 2008 kippen. Vor 2009 angeschaffte Wertpapiere sind nach Ablauf der einjährigen Spekulationsfrist steuerfrei (§ 23 EStG alt). Wenn beim Übertrag die Anschaffungsdaten verloren gehen, zahlst du Steuer auf Gewinne, die eigentlich steuerfrei wären.
Expertentipp: Die Doppelpaar-Strategie für Verheiratete
Mein Tipp: Wenn du verheiratet bist und beide Partner ein Depot bei der gleichen Filialbank haben, eröffnet jeder ein eigenes neues Depot bei einem Broker mit Wechselprämie. Beide bekommen separat die Prämie und beide nutzen ihre eigene 256-€-Freigrenze. Bei zwei Targobank-Übertragungen à 25.000 € wären das 2 × 187,50 € = 375 € — komplett unter der Doppel-Freigrenze von 512 € und damit steuerfrei. Voraussetzung: getrennte Verträge, getrennte Konten, keine Gemeinschaftsdepots. Mehr zum Konto-Setup in unserem Gemeinschaftskonto-Ratgeber 2026.
Was bedeutet das für Paare?
Ein Depotwechsel lohnt sich für Paare doppelt: Wenn jeder von euch ein eigenes Depot hat, könnt ihr beide separat Wechselprämien kassieren — bei einem Depotvolumen von je 50.000 € und Targobank beispielsweise je bis zu 375 € brutto (0,75 %). Wichtig: Geldprämien über 256 € pro Jahr sind nach § 22 Nr. 3 EStG steuerpflichtig — plant das in eurer gemeinsamen Steuererklärung ein.
💡 Tipp für Paare: Prüft gemeinsam, ob einer von euch Sachprämien (ETF-Anteile bei Scalable Capital oder Traders Place) statt Geldprämien wählen kann — diese sind in der Regel steuerfrei und müssen nicht in Anlage SO deklariert werden.
„Die Wechselprämie ist nicht das Ziel, sondern der Anlass. Was wirklich zählt, sind die laufenden Kosten und die Cash-Verzinsung über die nächsten fünf Jahre.“
Häufige Fragen zum Depotwechsel 2026
Ist ein Depotübertrag wirklich kostenlos?
Ja. Laut BGH-Urteil vom 30.11.2004 (XI ZR 200/03) darf die abgebende Bank für die Herausgabe von Wertpapieren keine Gebühr verlangen. Wenn dir trotzdem eine Rechnung gestellt wird, kannst du sie mit Verweis auf das Urteil zurückfordern.
Muss ich die Wechselprämie versteuern?
Geldprämien sind ab 256 € pro Jahr in voller Höhe steuerpflichtig (§ 22 Nr. 3 EStG, sonstige Einkünfte, Anlage SO). Sachprämien wie ETF-Anteile sind in der Regel steuerfrei. Zins-Boni unterliegen der Abgeltungsteuer.
Wie lange dauert ein Depotübertrag in der Praxis?
2 bis 4 Wochen, in seltenen Fällen bei OTC- oder Auslandspositionen bis zu 8 Wochen. Während dieser Zeit sind die übertragenen Wertpapiere gesperrt.
Gehen meine Anschaffungsdaten verloren?
Nein, die abgebende Bank ist nach § 43a Abs. 2 EStG zur Übermittlung verpflichtet. Bei Auslandsübertragungen klappt das in 15–20 % der Fälle nicht automatisch — dann hilft die selbst gesicherte Steuerbescheinigung als Nachweis.
Kann ich nur Teile meines Depots übertragen?
Ja. Bei der Beauftragung wählst du zwischen Gesamtübertrag (alle Positionen) und Teilübertrag (nur ausgewählte Wertpapiere). Sinnvoll, wenn du etwa Bestandsschutz-Aktien aus 2008 nicht riskieren willst.
Lohnt sich der Wechsel ohne Prämie?
Oft ja. Eine Filialbank mit 18 € Order kostet bei 12 Trades jährlich 216 € — ein Neobroker für 1 € pro Order nur 12 €. Die Ersparnis von 204 € pro Jahr übersteigt fast jede einmalige Prämie nach Steuer.
Was passiert mit meinen Sparplänen?
Die Bestandspositionen werden mitgenommen, aber den Sparplan selbst musst du beim neuen Broker neu anlegen. Die historische Sparplan-Statistik (Einzahlungen, Performance) geht verloren.
Welcher Broker zahlt 2026 die höchste Wechselprämie?
Targobank mit bis zu 5.000 € (0,75 % vom übertragenen Volumen, ab 7.000 € Mindestübertrag). Nach Steuer bleibt allerdings deutlich weniger — bei 50.000 € Übertrag und 42 % Spitzensteuersatz nur etwa 218 €.
Quellen
- § 22 EStG — Sonstige Einkünfte (gesetze-im-internet.de)
- § 43a EStG — Bemessung der Kapitalertragsteuer (gesetze-im-internet.de)
- BGH-Urteil XI ZR 200/03 vom 30.11.2004 (Depotübertrag-Gebühren)
- BMF-Schreiben zur Behandlung von Sachprämien (Stand 2024)

