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Wohnung verkaufen 2026: Kosten, Steuern & Ablauf
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Wohnung verkaufen 2026: Kosten, Steuern & Ablauf

Der Immobilienmarkt erholt sich. Wer 2026 seine Wohnung verkaufen möchte, trifft auf stabilisierende Preise — aber auch auf eine komplexe Kostensituation mit Maklergebühren, Notarkosten und…

Der Immobilienmarkt erholt sich. Wer 2026 seine Wohnung verkaufen möchte, trifft auf stabilisierende Preise — aber auch auf eine komplexe Kostensituation mit Maklergebühren, Notarkosten und möglicher Spekulationssteuer. Wer das nicht kennt, verliert schnell tausende Euro.

Dieser Ratgeber zeigt dir Schritt für Schritt, was beim Wohnungsverkauf 2026 anfällt, wie du die Spekulationssteuer legal vermeidest und ob sich ein Makler lohnt oder der Privatverkauf die bessere Wahl ist.

Der Immobilienmarkt 2026: Lohnt sich der Verkauf jetzt?

Nach dem deutlichen Preisrückgang in 2023 und einer Bodenbildung in 2024 stiegen Wohnungspreise laut Statistischem Bundesamt (Destatis) im Jahr 2025 erstmals wieder moderat an — im Jahresdurchschnitt um ca. 3 bis 4 Prozent bundesweit. Großstädte wie München, Hamburg und Berlin zeigen dabei stärkere Erholung als ländliche Regionen.

Der IVD (Immobilienverband Deutschland) schätzt, dass die Nachfrage nach Bestandswohnungen in 2026 weiter anzieht — getrieben durch sinkende Bauzinsen (Jahresdurchschnitt 2025: ca. 3,4–3,8 % für 10-jährige Darlehen, Quelle: Deutsche Bundesbank) und einen anhaltenden Nachfrageüberhang in Metropolregionen.

Fazit: 2026 ist kein Ausnahme-Verkaufsjahr, aber ein solides Marktumfeld. Wer keine dringende Notlage hat, kann von einer weiteren Stabilisierung profitieren — wer jetzt verkaufen möchte, hat gute Chancen auf eine realistische Preisfindung.

Alle Kosten beim Wohnungsverkauf 2026 im Überblick

KostenpositionTypischer BetragWer zahlt?
Maklerprovision (Verkäufer-Anteil)1,5–1,785 % inkl. MwSt.Verkäufer (hälftig)
Maklerprovision (Käufer-Anteil)1,5–1,785 % inkl. MwSt.Käufer (hälftig)
Notarkosten & Grundbucheintragca. 1,5–2 % des KPKäufer (gesetzlich)
Grunderwerbsteuer3,5–6,5 % je BundeslandKäufer
Spekulationssteuer (bei Verkauf < 10 Jahre)Individueller Einkommensteuersatz auf GewinnVerkäufer (wenn fällig)
Vorfälligkeitsentschädigung (bei laufendem Kredit)Variabel (kann sehr hoch sein)Verkäufer
Schönheitsreparaturen / Homestaging500–5.000 EURVerkäufer (optional)

Quelle: Bundesnotarkammer (Notarkosten), § 656c BGB (Maklerprovision), Länderdaten zur Grunderwerbsteuer. KP = Kaufpreis.

Spekulationssteuer beim Wohnungsverkauf: So vermeidest du sie legal

Die Spekulationssteuer ist für viele Verkäufer das größte Risiko — und gleichzeitig am besten vermeidbar, wenn man die Regeln kennt.

Wann fällt Spekulationssteuer an?

Spekulationssteuer fällt an, wenn du eine Immobilie innerhalb von 10 Jahren nach dem Kauf mit Gewinn verkaufst und sie nicht selbst genutzt hast. Die Steuer entspricht deinem persönlichen Einkommensteuersatz auf den Veräußerungsgewinn — bei einem Steuersatz von 35 % und einem Gewinn von 80.000 Euro wären das 28.000 Euro Steuer.

Wann entfällt die Spekulationssteuer?

  • Haltefrist > 10 Jahre: Kaufdatum + 10 Jahre = Freigrenze. Maßgeblich ist der Tag des notariellen Kaufvertrags, nicht der Eigentumsübergang im Grundbuch.
  • Selbstnutzung im Verkaufsjahr und den 2 Vorjahren: Wer die Wohnung im Verkaufsjahr und in den beiden Vorjahren selbst bewohnt hat, ist von der Spekulationssteuer befreit — auch bei Verkauf vor 10 Jahren. Diese Regel gilt auch, wenn ein unterhaltsberechtigtes Kind (z. B. für das Kindergeld) die Wohnung nutzte.
  • Kein Gewinn: Wenn der Verkaufspreis unter dem Kaufpreis liegt (nach Abzug von Kosten), entsteht kein steuerpflichtiger Gewinn.

Wichtig: Abschreibungen (AfA), die du als Vermieter geltend gemacht hast, erhöhen den steuerlichen Veräußerungsgewinn — auch wenn dein tatsächlicher Gewinn geringer ist.

Makler vs. Privatverkauf: Was lohnt sich 2026?

KriteriumMit MaklerOhne Makler (Privat)
Provision für Verkäufer1,5–1,785 % des KP0 EUR
Zeitaufwand VerkäuferGeringHoch (20–50 Std.)
Marktkenntnis nötigNein (Makler übernimmt)Ja, dringend empfohlen
Netzwerk / InteressentenGroß (Kundendatenbank)Nur Portale (Immoscout24)
RechtssicherheitHochMittel (Anwalt empfohlen)

Empfehlung: Ein guter Makler kostet bei einem 300.000-Euro-Objekt ca. 5.355 Euro (Verkäufer-Anteil 1,785 %). Wenn er den Verkaufspreis durch sein Netzwerk und seine Verhandlungsführung um mehr als diesen Betrag steigert — was in begehrten Lagen oft möglich ist — lohnt er sich. In Regionen mit wenig Nachfrage oder bei Eigennutzern mit viel Zeit ist der Privatverkauf oft die bessere Wahl.

Schritt-für-Schritt: Ablauf eines Wohnungsverkaufs

  1. Marktwert ermitteln: Nutze kostenlose Wertermittlungstools (Immoscout24, Immowelt) oder beauftrage einen Gutachter. Überhöhte Angebotspreise führen zu langen Vermarktungszeiten.
  2. Unterlagen zusammenstellen: Grundbuchauszug, Energieausweis (Pflicht!), Grundrisse, Baupläne, Nebenkostenübersichten, Teilungserklärung (bei ETW), ggf. Mietvertrag.
  3. Makler beauftragen oder selbst inserieren: Plattformen: Immoscout24, Immowelt, eBay Kleinanzeigen. Professionelle Fotos erhöhen die Klickrate erheblich.
  4. Besichtigungen durchführen: Möglichst gebündelt an 1–2 Samstagen. Unterlagen für Interessenten vorbereiten (Exposé, Wohnfläche, Nebenkosten).
  5. Kaufvertrag aufsetzen lassen: Immer über einen Notar — der Kaufvertrag bei Immobilien ist nur notariell beurkundet gültig (§ 311b BGB). Der Notar wird üblicherweise vom Käufer gewählt.
  6. Übergabe und Zahlung: Nach Kaufpreiseingang und Grundbucheintrag erfolgt die Schlüsselübergabe. Übergabeprotokoll mit Zählerständen anfertigen.

Rechenbeispiel: Was bleibt nach dem Verkauf wirklich übrig?

Szenario: Anna verkauft ihre 3-Zimmer-Wohnung in Hamburg für 380.000 EUR (Kauf 2018 für 280.000 EUR, vermietet)

PositionBetrag
Verkaufspreis380.000 EUR
− Kaufpreis 2018−280.000 EUR
− Verkaufsnebenkosten (Makler 1,785 %)−6.783 EUR
Veräußerungsgewinn (steuerpflichtig, da < 10 J.)93.217 EUR
− Spekulationssteuer (Steuersatz 35 %)−32.626 EUR
Netto-Erlös für Annaca. 340.591 EUR

Alternative: Hätte Anna bis 2028 gewartet (10 Jahre nach Kauf 2018), wäre die Spekulationssteuer von 32.626 EUR weggefallen. Spekulationssteuer hier vereinfacht berechnet; tatsächliche Berechnung inkl. AfA-Rückrechnung individuell beim Steuerberater klären.

Welche Unterlagen brauchst du für den Wohnungsverkauf?

  • Grundbuchauszug (nicht älter als 3 Monate)
  • Energieausweis (Pflicht nach GEG)
  • Grundrisse und Baupläne
  • Wohnflächenberechnung
  • Teilungserklärung (bei Eigentumswohnung)
  • Protokolle der Eigentümerversammlungen (letzten 3 Jahre)
  • Hausgeldabrechnungen (letzten 3 Jahre)
  • Aktueller Wirtschaftsplan der WEG
  • Mietvertrag (bei vermieteter Wohnung)
  • Versicherungsnachweise (Gebäudeversicherung)
  • Nachweise über Modernisierungen
  • Personalausweis des Verkäufers

Quelle: Bundesnotarkammer. Ohne vollständige Unterlagen kann der Notartermin scheitern oder sich erheblich verzögern.

Häufige Fehler beim Wohnungsverkauf

  1. Preis zu hoch ansetzen: Ein überhöhter Angebotspreis führt zu langer Vermarktungsdauer — und Interessenten nehmen das als Warnsignal. Ein realistischer Marktpreis von Anfang an bringt oft mehr.
  2. Energieausweis vergessen: Das Ausstellen oder Vorlegen des Energieausweises ist gesetzlich Pflicht. Fehler können zu Bußgeldern bis 10.000 Euro führen (GEG § 80).
  3. Spekulationssteuer nicht eingeplant: Viele Verkäufer rechnen mit dem vollen Gewinn und vergessen die Steuerlast. Steuerberater vorab konsultieren.
  4. Vorfälligkeitsentschädigung unterschätzt: Wer die Immobilie noch mit einem laufenden Kredit finanziert, muss bei vorzeitiger Rückzahlung eine Entschädigung zahlen — die im Einzelfall mehrere tausend Euro betragen kann. Vorab bei der Bank anfragen.
  5. Mängel nicht offenlegen: Bekannte Mängel (Feuchtigkeitsschäden, Risse) müssen offengelegt werden. Arglistige Täuschung kann zur Rückabwicklung des Kaufvertrags führen.

Expertentipp

Wenn du die Spekulationsfrist knapp verpasst hast: Prüfe, ob du die Drei-Jahres-Selbstnutzungsregel noch erfüllen kannst. Ziehst du im Verkaufsjahr und in den zwei Vorjahren (insgesamt 3 Kalenderjahre) selbst ein, entfällt die Spekulationssteuer — auch wenn der 10-Jahres-Zeitraum noch nicht abgelaufen ist. Das erfordert natürlich, dass die Wohnung nicht dauerhaft vermietet ist und du die Selbstnutzung glaubhaft belegen kannst.

FAQ — Häufige Fragen zum Wohnungsverkauf 2026

Wann muss ich beim Wohnungsverkauf Steuern zahlen?

Wenn du eine Wohnung innerhalb von 10 Jahren nach dem Kauf verkaufst und sie in dieser Zeit nicht selbst bewohnt hast, fällt auf den Veräußerungsgewinn die sogenannte Spekulationssteuer an — zum persönlichen Einkommensteuersatz. Hast du die Wohnung im Verkaufsjahr und den beiden vorangegangenen Jahren selbst genutzt, entfällt die Steuer auch bei Verkauf vor 10 Jahren.

Was kostet ein Makler beim Wohnungsverkauf?

Seit der Reform von § 656c BGB (Dezember 2020) wird die Maklerprovision bei privaten Kaufimmobilien hälftig geteilt: Verkäufer und Käufer zahlen jeweils gleich viel. Bei einer üblichen Gesamtprovision von 3,57 % (inkl. MwSt.) zahlt jede Seite 1,785 %. Bei einem Kaufpreis von 300.000 Euro sind das jeweils 5.355 Euro. Der Makler wird grundsätzlich erst nach erfolgreichem Vertragsabschluss bezahlt (Erfolgsprovision).

Lohnt es sich 2026, eine Wohnung zu verkaufen?

Der Markt hat sich 2025/26 nach den starken Korrekturen 2022–2024 stabilisiert. Laut IVD und Statistischem Bundesamt sind die Preise in vielen Regionen wieder leicht gestiegen. Wer keine finanzielle Notlage hat, kann von weiterer Erholung profitieren — insbesondere in Metropolregionen. Für Verkäufer mit hoher Spekulationssteuerbelastung kann es sinnvoll sein, noch ein bis zwei Jahre zu warten.

Was ist die Spekulationsfrist bei Immobilien?

Die Spekulationsfrist beträgt 10 Jahre, gemessen vom notariellen Kaufvertrag (nicht vom Grundbucheintrag). Liegt der Verkauf nach Ablauf dieser Frist, ist der Gewinn komplett steuerfrei. Die Frist gilt unabhängig davon, ob die Immobilie vermietet oder leer steht.

Wie lange dauert ein Wohnungsverkauf in Deutschland?

Von der ersten Vermarktung bis zur Schlüsselübergabe vergehen typischerweise 3 bis 6 Monate — bei gutem Preis und vollständigen Unterlagen auch kürzer. Die notarielle Beurkundung selbst dauert 30–60 Minuten; die Eintragung ins Grundbuch kann danach 4–12 Wochen in Anspruch nehmen.

Welche Unterlagen brauche ich für den Wohnungsverkauf?

Die wichtigsten Dokumente: Grundbuchauszug (nicht älter als 3 Monate), Energieausweis (Pflicht), Grundrisse, Teilungserklärung (ETW), WEG-Protokolle und Hausgeldabrechnungen (3 Jahre), ggf. Mietvertrag und Modernisierungsnachweise. Vollständige Unterlagen sind entscheidend für einen reibungslosen Notartermin.

Kann ich Verkaufskosten steuerlich absetzen?

Ja — Verkaufsnebenkosten (Maklerprovision, Notarkosten für den Verkauf, Inserate, Gutachter) mindern den Veräußerungsgewinn und damit die Spekulationssteuer, wenn diese anfällt. Sie werden direkt vom Gewinn abgezogen, bevor der steuerpflichtige Betrag berechnet wird. Alle Belege aufbewahren.

Quellen & weiterführende Links

Tino Dagba

Über den Autor

Tino Dagba

Tino Dagba ist Finanzexperte und Gründer von FinanzSplit. Er lebt in Frankfurt am Main und ist seit vielen Jahren in der Finanzbranche tätig. Mit FinanzSplit macht er komplexe Finanzthemen – von ETF-Sparplänen über Broker-Vergleiche bis hin zu Steuertipps – verständlich und umsetzbar für deutsche Privatanleger. Sein Ziel: Finanzen für jeden einfach machen, jeden Tag.

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